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Bayern barrierefrei

Projekte in Bayern

Gemeinsam müssen wir noch viele Barrieren abbauen. Doch es gibt auch schon viele ausgezeichnete barrierefreie Angebote. Manche bereiten schon seit Jahrzehnten den Weg für die uneingeschränkte Teilhabe am gemeinsamen Leben, andere sind ganz neu. Stellvertretend haben wir einige Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen und Regionen herausgegriffen. Sie stehen für die große Vielfalt an guten Ideen und hohem Engagement bei unterschiedlichsten Akteuren. Sie kennen auch gute Beispiele?

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Mehrere Menschen fügen Haftnotizen zu einer Themensammlung

Arbeit

Bayernweit

Der bayerische Integrationspreis JobErfolg zeichnet beispielgebendes Engagement bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus. Seit 2005 wird der Preis jährlich an Unternehmen der Privatwirtschaft und an Dienststellen im Öffentlichen Dienst verliehen.

Barrierefreiheit kann – je nach Form der Behinderung – bei der Inklusion in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle spielen. Hier können Sie – stellvertretend für andere – einige Arbeitgeber kennenlernen, die mit guten Ideen und innovativer Technik barrierefreie Zugänge, Räume und Arbeitsplätze geschaffen haben:

  • Die Cewe Stiftung in Germering bei München (Preisträger 2014, Kategorie Privatwirtschaft) beschäftigt doppelt so viele Mitarbeiter mit Schwerbehinderung wie gesetzlich vorgeschrieben. Oft können Arbeitsplätze einfach auf individuelle Bedürfnisse einzelner Beschäftigter zugeschnitten werden. Wo gehörlose Menschen arbeiten, wurden z. B. die Tonsignale von Maschinen durch Lichtsignale ergänzt. Kann ein Beschäftigter wegen einer körperlichen Einschränkung nicht längere Zeit stehen, wird der Steh- in einen Sitzarbeitsplatz umgewandelt. Zum Video: Cewe Stiftung
     
  • Auch im Rathaus des Marktes Hirschaid bei Bamberg (Preisträger 2013, Kategorie Öffentlicher Dienst) wurden maßgeschneiderte Lösungen gefunden, z. B. eine spezielle Computer-Tastatur für einen Mitarbeiter mit einer spastischen Lähmung. Zum Video: Rathaus des Marktes Hirschaid bei Bamberg
     
  • Besucherinnen, Besucher und Beschäftigte profitieren von den barrierefreien Eingängen zum Finanzamt München (Preisträger 2011, Kategorie Öffentlicher Dienst). Rampen mit geringerer Steigung sichern nicht nur den selbständigen Zugang für Menschen im Rollstuhl; auch wer mit einem Rollator oder Kinderwagen unterwegs ist, kommt entspannt ins Gebäude. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schwerbehinderung werden die Arbeitsplätze bei Bedarf individuell gestaltet, z. B. mit einer Braille-Zeile, die Computertexte in Tastschrift ausgibt. Das amtliche Informationssystem ist auch für blinde Beschäftigte voll zugänglich. Zum Video: Finanzamt München
     
  • Die Wacker Chemie AG in Burghausen (Preisträger 2011, Kategorie Privatwirtschaft) bietet Beschäftigten mit Behinderung neben speziell ausgestatteten Arbeitsplätzen im Unternehmen auch die Möglichkeit, im entsprechend eingerichteten Home-Office zu arbeiten. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch vorbeugenden Maßnahmen. In den Werkstätten können die Beschäftigten die Höhe ihre Arbeitstische stufenlos verstellen (Scherenhubtische). So müssen sich große Menschen nicht bücken, kleinere nicht recken – eine Dauerbelastung wird vermieden, für entspanntes Arbeiten ist gesorgt. Dieses Arbeitsumfeld entlastet Beschäftigte, die vielleicht schon Rückenprobleme haben. Und es beugt Schäden vor. Zum Video: Wacker Chemie Burghausen

Bauen und Wohnen

Ziviljustizzentrum Würzburg (Unterfranken)

In Justizgebäuden gehen täglich viele Menschen ein und aus. Allgemein zugängliche Bereiche müssen deshalb so gestaltet sein, dass alle Menschen sie nutzen können – auch wenn sie z. B. eine Behinderung bzw. altersbedingte Einschränkungen haben oder mit kleinen Kindern unterwegs sind. Dies gilt besonders für die Eingänge und die öffentlich zugänglichen Sitzungssaalbereiche. Auch auf die Anforderungen von Beschäftigten mit Behinderung ist zu achten.

Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium und das Bayerische Justizministerium haben „Empfehlungen für den Bau von Justizgebäuden“ herausgegeben, die auch die Barrierefreiheit einbeziehen.

Das Ziviljustizzentrum Würzburg ist ein Beispiel dafür, wie eine Generalsanierung in einem historischen, teilweise denkmalgeschützten Gebäude gelingen kann. Die gelungene Verbindung von Alt und Neu ist im Foyer besonders deutlich sichtbar und spürbar. Der Eingangsbereich ist über eine Rampe stufenlos erreichbar. Die besonders publikumsintensiven Bereiche, darunter die Sitzungssäle, befinden sich im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss. Die weiteren Etagen sind für das Publikum und die Bediensteten leicht über zwei Aufzüge zu erreichen. Die Tasten für die gewünschte Etage sind zusätzlich mit Blindenschrift versehen. Außerdem wird die erreichte Etage akustisch angesagt.

Vor der freitragenden Treppe und den Säulen im Erdgeschoss sind Markierungen in den Muschelkalk-Fußboden eingefräst. Sie machen Menschen mit Sehbehinderung auf das Hindernis aufmerksam. An den Handläufen aller Treppen befinden sich Markierungen, an denen blinde und sehbehinderte Menschen das jeweilige Stockwerk erkennen können.

Taktiles Leitsystem: Handlauf mit tastbaren Punkten

Die tastbare Markierung am Handlauf zeigt blinden und sehbehinderten Menschen, in welchem Stockwerk sie sich befinden.

Taktiles Leitsystem: Warnmarkierung rund um eine Säule

Achtung, Hindernis: Eine eingefräste Markierung weist blinde und sehbehinderte Menschen auf die Säule hin.

Aha!

Verschiedene Gesetze, Verordnungen und andere Regelungen enthalten Anforderungen an das barrierefreie Bauen in Bayern. Insbesondere die Bayerische Bauordnung (Art. 48 BayBO), das Bayerische Behindertengleichstellungsgesetz (Art. 10 BayBGG), die DIN-Norm zum barrierefreien Bauen (DIN 18040 Teil 1 – öffentlich zugängliche Gebäude) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).

Die Staatliche Bauverwaltung führt seit 2012 bei allen Neubauten, Umbauten und Sanierungen ein Audit durch. Ziele: die Qualität sichern und die Vorbildfunktion des Staates stärken.

München, Rosenheim (Oberbayern), Landkreis Unterallgäu (Schwaben)

Barrierefreie Wohnungen sichern für viele ältere Menschen und/oder Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben. „Zu Hause daheim“ heißt eine Broschüre des Bayerischen Sozialministeriums. Sie stellt verschiedenste Wohnformen für ältere Menschen vor – vom Wohnen in den vertrauten vier Wänden bis zum Neustart in einer Seniorenhausgemeinschaft oder einem generationenübergreifenden Wohnprojekt. Einige Beispiele:

„Wohnen im Viertel“, München

In fünf verschiedenen Stadtteilen setzt die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG ein innovatives Wohnkonzept „Wohnen im Viertel“ für ältere Menschen um. In diesen sogenannten „Quartierskonzepten“ können Menschen auch im Alter und bei zunehmender Hilfebedürftigkeit ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen. Die Grundlage hierfür schaffen Kooperationen mit sozialen Dienstleistern, die einen ambulanten Dienst im jeweiligen Quartier einrichten. Die Angebote stehen auch allen anderen Menschen im Quartier zur Verfügung – ohne die sonst übliche Betreuungspauschale. Kleinere Hilfeleistungen sind kostenlos; nur wer dauerhaft Hilfe braucht, muss bezahlen. Auch eine Wohnung für die Kurzzeitpflege – z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt – steht zur Verfügung. In den Quartierskonzepten gibt es außerdem ein Wohncafé mit Gemeinschaftsküche und eine Sonnenterrasse. So wird nicht nur das barrierefreie Wohnen gefördert, sondern auch das Miteinander.
Zum Besuch bei „Wohnen im Viertel“

„Haus Gloria“, Rosenheim – eine Senioren-Hausgemeinschaft

Tatkräftige Bürgerinnen und Bürger schlossen sich in Rosenheim zusammen und gründeten „Haus Gloria“ – „Gemeinsam leben Oldies ohne Reue im Alter“. Inzwischen steht das Haus; in den barrierefreien Wohnungen leben acht Menschen zwischen Mitte 60 und knapp 80 Jahren. Alle verfügen über eine jeweils abgeschlossene Wohnung; darüber hinaus teilen sie sich einen Gemeinschaftsraum und einen Garten. Vernetzt sind sie über ein Haustelefon mit internem Notruf. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner wollen nicht nur miteinander leben, sondern auch füreinander da sein.

Wohnberatung im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen

Wer lieber die eigene Wohnung altersgerecht nachrüstet, findet hier eine Anlaufstelle. In einem ersten Gespräch vor Ort wird geklärt, wie die Wohnung mit technischen Hilfsmitteln, geeigneter Ausstattung oder auch Umbauten sicher und komfortabel gestaltet werden kann. Nach der Bestandsaufnahme folgt die Planung; auch bei Fragen zur Umsetzung und Finanzierung hilft das Beratungsteam weiter. Ein häufiger Brennpunkt ist das Badezimmer. Oft sind die Türen zu schmal für einen Rollator. Auch der Badewannenrand kann zur Barriere werden. Weitere typische Hürden sind Schwellen und Stufen in der Wohnung. Manchmal schaffen schon verbreiterte Türen, kleine Rampen und Haltegriffe deutliche Verbesserung. Die Wohnberatung sucht nach jeweils passenden und kostengünstigen Lösungen.

Weitere Beispiele und viele Infos zum Thema „Wohnen im Alter“ finden Sie in der Broschüre „Zu Hause daheim. Beispiele für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter“:

Broschüre „Zu Hause daheim“ (PDF) im Bestellportal herunterladen

„Zu Hause wohnen bleiben!“

Viele ältere Menschen möchten in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Oft ist jedoch die eigene Wohnung oder das eigene Haus nicht entsprechend ausgestattet und birgt Hindernisse und Gefahrenquellen.

Der Verein Stadtteilarbeit unterstützt mit seiner Beratungsstelle Wohnen ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Angehörige in Stadt und Landkreis München in Fragen von Wohnungsanpassung, Umbau und der Finanzierung durch Kostenträger.

Die Broschüre „Daheim wohnen bleiben!“ bietet umfassende Infos zu Alltagshilfen, technischen Lösungen, Wohnungsanpassung und dem Wohnen zu Hause im Falle einer Demenzerkrankung. Die Broschüre ist interessant für alle Menschen, die sich für „barrierearmes“ Wohnen interessieren.

Broschüre „Daheim wohnen bleiben!“: Inhaltsübersicht herunterladen (PDF)

Die Broschüre können Sie beim Verein Stadtteilarbeit e. V. gegen eine Gebühr bestellen: telefonisch unter (089) 357 043-0 oder per Bestellformular.

Die Fortbildung „Zertifizierte/-r Wohnberater/-in für ältere und behinderte Menschen“ qualifiziert Fachkräfte, die vor Ort, vernetzt mit den vorhandenen Strukturen, eigene Beratungsangebote zum selbstständigen Wohnen von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung einrichten wollen. Die Beratungsstelle Wohnen bietet die Maßnahme gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Wohnungsanpassung e. V. an.

Infos zur Fortbildung „Zertifizierte/-r Wohnberater/-in“

Wunsiedel und Rehau/Kreis Hof (Oberfranken)

Mehrgenerationenhäuser sind Treffpunkte für alle Menschen im Viertel, in der Stadt oder in der Gemeinde. Unter einem Dach vereinen sie soziale, kulturelle und Freizeitangebote. Mitmachen wird großgeschrieben – bei gemeinsamen Aktivitäten kommen sich Menschen näher, unabhängig vom Alter, der Herkunft oder Religion. Eine barrierefreie Bauweise und Ausstattung sorgen dafür, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderung genauso selbstverständlich dabei sein und mitmachen können wie Eltern mit kleinen Kindern. Zwei Beispiele:

Mehrgenerationenhaus Wunsiedel

Wie wird unsere Kleinstadt fit fürs Jahr 2025, wenn deutlich mehr Menschen im Seniorenalter sein werden? Diese spannende Frage stellte das Mehrgenerationenhaus an Jugendliche einer neunten Klasse und zehn ältere Damen – die meisten über 80. Das bunt gemischte Team untersuchte zunächst die Situation und stellte u. a. fest: Kopfsteinpflaster ist zwar hübsch, aber weder für Rollatoren noch für Inlineskates oder Kinderwägen geeignet. Wo ist ein Aufzug wichtig, wie gelingt die Anbindung an den Nahverkehr, wie können Lieferdienste alte Menschen unterstützen? Bald wurde klar: Es reicht nicht, bauliche Barrieren abzubauen – es braucht auch das Miteinander. Den Anstoß für die Aktion gab ein Projekt der Metropolregion Nürnberg. In einem Innovationscluster werden derzeit technische Lösungen entwickelt, die eine medizinische Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen sichern sollen. Der Bedarf an und die Anwendung von intelligenten Assistenzsystemen werden nun in der oberfränkischen Kreisstadt Wunsiedel erforscht.

Das Mehrgenerationenhaus selbst zog 2014 in einen Neubau um. Hier konnten zahlreiche barrierefreie Angebote umgesetzt werden: elektrische Öffner an den Eingangstüren, schwellenlose Übergänge, ein Aufzug und ein behindertengerechtes WC. Über diesen Komfort freuen sich nicht nur ältere Menschen, die z. B. mit dem Rollator unterwegs sind, sondern auch viele Mütter und Väter, die ihre Kleinen im Kinderwagen mitbringen.

Mehr erfahren: Mehrgenerationenhaus Wunsiedel

Mehrgenerationenhaus Rehau

In dieses barrierefreie Mehrgenerationenhaus der Diakonie Hochfranken muss man ältere Menschen gar nicht erst einladen: Sie wohnen schon hier! 35 ältere Damen und Herren jedenfalls leben hier in Senioren-Wohngemeinschaften. Direkt vor ihrer Tür spielt sich das Leben ab. Das Herz des Hauses schlägt im Café im Atrium. Hier findet ein Teil der offenen Angebote statt. Auch 25 Schulkinder werden im Haus betreut. Die Begegnung der Generationen ist hier so natürlich wie früher, als Jung und Alt unterm Familiendach wohnten. Und wo die räumlichen Barrieren abgebaut sind, lösen sich auch schnell die Barrieren in den Köpfen auf.

Bayernweit

Seit 30 Jahren initiiert und fördert die Oberste Baubehörde Modellvorhaben zu aktuellen Themen im Rahmen des Experimentellen Wohnungsbaus. Ziel ist es, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft zeitgemäße, soziale und bezahlbare Konzepte zu entwickeln. 2005 startete das Modellvorhaben „WAL – Wohnen in allen Lebensphasen“ mit zwölf Pilotprojekten. Schwerpunkt ist die barrierefreie Gestaltung von Wohngebäuden mit innovativen Grundrissen und kreativ gestalteten Freiflächen sowie das Angebot optionaler Unterstützung der Mieterinnen und Mieter. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit gingen deutlich über die damals gültigen Vorgaben hinaus. Einige Beispiele:

Neubau in Bamberg/Gaustadt

In Nachbarschaft zu einem Alten- und Pflegeheim entstand eine Wohnanlage mit 29 senioren- und teilweise rollstuhlgerechten Wohnungen. Neben älteren Menschen finden in dem Pilotprojekt auch Familien, Alleinerziehende sowie Menschen mit körperlicher Behinderung ein Zuhause.

Projektdatenblatt „Bamberg/Gaustadt“ herunterladen

Neubau in Hof/Am Sigmundsgraben

Sehr zentrumsnah liegt der Komplex mit 34 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Im Erdgeschoss dient ein großzügiger Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für die Hausgemeinschaft. Die Wohnungen sind senioren- und teilweise rollstuhlgerecht. Ein Aufzug zu den im Innenhof umlaufenden Laubengängen erschließt alle Ebenen schwellenfrei. Hier leben Menschen aller Altersgruppen und mit ganz unterschiedlichen Einkommen – ganz für sich und doch miteinander.

Projektdatenblatt „Hof/Am Sigmundsgraben“ herunterladen

Umbau mit ergänzendem Neubau in Nürnberg/Dresdener Straße

Drei bestehende Laubenganghäuser aus den 1950er-Jahren wurden altengerecht modernisiert und durch dreigeschossige Anbauten ergänzt. Dadurch entstanden barrierefreie Wohnungen unterschiedlicher Größe, eine Gästewohnung und ein Gemeinschaftsraum. Das Projekt erhielt eine besondere Anerkennung im Rahmen des Deutschen Bauherrenpreises 2009.

Projektdatenblatt „Nürnberg/Dresdener Straße“ herunterladen

Umbau in Neu-Ulm/Wilhelmstraße

Das 2011 modernisierte Gebäude gewann sein neues Gesicht im Europan-8-Wettbewerb für junge Architektinnen und Architekten. Alle Wohnungen sind schwellenfrei zugänglich. Die Grundrisse der Wohnungen sind „hierarchiefrei“. Das bedeutet, dass den Räumen keine bestimmte Funktion (klein = Kinderzimmer, mittelgroß = Schlafzimmer, groß = Wohnzimmer) zugeordnet wird. So eignen sie sich für eine große Bandbreite von Haushaltstypen und Altersgruppen.

Projektdatenblatt „Neu-Ulm/Wilhelmstraße“ herunterladen

Weiterführende Informationen zum Modellvorhaben „WAL – Wohnen in allen Lebensphasen“

Eine Projektliste und Ansprechpartner zum Modellvorhaben finden Sie hier:

Zur Website des Experimentellen Wohnungsbaus

Die in der Broschüre „WAL – Wohnen in allen Lebensphasen“ veröffentlichte Nachuntersuchung der zwölf Pilotprojekte zeigt, dass Menschen dank barrierefreier Wohnungen auch im höheren Alter und bei Pflege- oder Unterstützungsbedarf weiter in ihrem gewohnten Umfeld und ihrem Zuhause wohnen bleiben können:

Broschüre „WAL – Wohnen in allen Lebensphasen“ (PDF) kostenfrei bestellen bzw. herunterladen

Ergänzende Informationen zum barrierefreien Wohnen

Das Faltblatt „Barrierefreies Wohnen – Mehr Wohnwert im Alltag“ der Obersten Baubehörde bietet Infos zum barrierefreien Bauen für Bauherren und Planer:

Faltblatt „Barrierefreies Wohnen – Mehr Wohnwert im Alltag“ (PDF) herunterladen

Deutschlandweit

Seit Jahrzehnten haben sich stationäre Einrichtungen für ältere Menschen, der Pflege und für Menschen mit Behinderung als Wohnform bewährt, wenn eine Betreuung und Versorgung zu Hause nicht mehr möglich war. Derzeit leben in den rund 2.100 bayerischen Heimen ungefähr 175.000 Bewohnerinnen und Bewohner.

Pflegebedürftige Menschen sind mittlerweile beinahe zu 50 Prozent in ihrer Mobilität eingeschränkt und auf die Nutzung z. B. eines Rollators bzw. eines Rollstuhls angewiesen. Auch Sehbeeinträchtigungen nehmen im Alter einen großen – häufig unterschätzten – Raum ein. Um den gesetzlich vorgeschriebenen Zielen der Selbstbestimmung sowie der Lebens- und Wohnqualität nachzukommen, müssen die Einrichtungsträger die Heime den sich wandelnden Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner baulich anpassen.

So ist es nur konsequent, dass die Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes die Barrierefreiheit im Sinne der DIN 18040-2 bei neuen Einrichtungen in der Regel in vollem Umfang einfordert und auch bestehende Einrichtungen gehalten sind, diese Vorgaben so weit wie möglich umzusetzen.

Dazu gehört z. B. eine kontrastierende Gestaltung der Bedienelemente sowie für eine barrierefreie Nutzung ausreichend dimensionierte Verkehrs- und Bewegungsflächen. Auch sollen die Sanitärräume barrierefrei genutzt werden können. Dies kann bei bestehenden Einrichtungen dazu führen, dass z. B. Zweibettzimmer in Einzelzimmer umgewandelt oder bei einer Sanierung der Bäder Duschtassen entfernt und bodengleiche Duschen installiert werden müssen.

Bei bestehenden Einrichtungen kann der ggf. erforderliche Anpassungsprozess entsprechend der Verordnung bis zum Jahr 2036 andauern.

Bildung und Erziehung

Würzburg (Unterfranken), Landshut (Niederbayern), Germering (Oberbayern)

In inklusiven Kitas lernen und leben schon die Kleinsten ganz selbstverständlich das gleichberechtigte Miteinander. Eine barrierefreie Ausstattung sorgt dafür, dass auch kleine Kinder mit Behinderung möglichst selbstständig ihre Welt erforschen und am gemeinsamen Spielen und Entdecken teilhaben können.

Einige Beispiele:

 

München (Oberbayern)

In Bayern sind grundsätzlich alle Schulen zum inklusiven Unterricht verpflichtet. Ziel ist der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung. Eine der Voraussetzungen für inklusiven Unterricht ist eine barrierefreie Ausstattung. Dazu gehören rollstuhlgerechte Aufzüge und/oder Rampen, behindertengerechte Toiletten, Lese-/Schreibgeräte (Braille-Zeile) für blinde sowie Hör- und Sprechanlagen für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler u. v. m. Einige Schulen entwickeln bewusst das Schulprofil „Inklusion“ an ihrer Schule, um bei diesem Thema einen besonderen Schwerpunkt zu setzen.

Ein Beispiel: das Münchner Gisela-Gymnasium. Hier ist der gemeinsame Unterricht von hörgeschädigten und normal hörenden Jugendlichen seit 1984 Standard.

Technische Grundlage für das barrierefreie Miteinander sind schallgedämmte Klassenzimmer mit besonders guter Akustik und einer fest installierten Hör- und Sprechanlage. Ergänzend setzt die Schule mobile Anlagen ein. Hier nutzt der Sprechende – die Lehrkraft oder z. B. ein Jugendlicher, der ein Referat hält – ein Funkmikrofon. Das Gesprochene wird über Lautsprecher und zusätzlich direkt in die Hörgeräte der hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler übertragen. Damit auch das Lippenlesen gut klappt, sitzen die Jugendlichen im Halbkreis. Den inklusiven Unterricht bietet das Gisela-Gymnasium bisher Jugendlichen ab der 10. Klasse. Hörgeschädigte Jugendliche aus ganz Bayern kommen nach der Mittleren Reife „aufs Gisela“, um hier das Abitur zu machen. Die gut hörenden Schülerinnen und Schüler stammen meist aus dem Großraum München. Ab dem Schuljahr 2016/17 wird das Inklusionsangebot beginnend mit der 5. Klasse sukzessive auf alle Jahrgangsstufen ausgeweitet. Und auch zwei hörgeschädigte Lehrkräfte unterrichten an der Schule.

Video: inklusiv lernen!

Das Bayerische Kultusministerium stellt Inklusion in verschiedenen Schultypen und Orten in Bayern in einer Serie von Videos vor. Hier sehen Sie einen Film über seh- und hörbehinderte Schülerinnen und Schüler. Gedreht wurde im Münchner Gisela-Gymnasium und im Münchner Adolf-Weber-Gymnasium.

Hier finden Sie weitere Infos

Zwei Beispiele für Schulen mit inklusivem Unterricht:

Gisela-Gymnasium, München, Schule mit dem Profil „Inklusion“, Schwerpunkt auf dem Bereich Hörschädigung

Adolf-Weber-Gymnasium, München, Schwerpunkt auf dem Bereich Sehbehinderung und Blindheit

Hintergrundinfos des Bayerischen Kultusministeriums:

Das Bayerische Kultusministerium informiert auf seiner Website über Inklusion an bayerischen Schulen: Bayerisches Kultusministerium

Dort können Sie auch gezielt Schulen mit dem Profil Inklusion aufrufen (bitte unter „Besondere Eigenschaften“ den Auswahlbegriff „Inklusion“ anklicken): Suche: Schulen mit Profil Inklusion

Aha!

Inklusion heißt, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben nicht mehr an vorhandene Strukturen anpassen müssen, sondern dass die Gesellschaft Strukturen schafft, die es jedem Menschen ermöglichen, selbstbestimmt und selbstständig an allen Bereichen des Lebens teilzuhaben. Zur Website Inklusion in Bayern

Weiden (Oberpfalz)

Die Staatliche Fachoberschule/Berufsoberschule (FOS/BOS) Weiden gehört zu den Vorreitern für Barrierefreiheit in Bayern. Ihr Neubau wurde nach DIN 18040 umgesetzt, der Norm für barrierefreies Bauen. Die Schule ist für Schülerinnen und Schüler mit Gehbehinderungen und Sinnesbeeinträchtigungen eingerichtet.

Zur Website: FOS/BOS Weiden

Deggendorf und Landshut (Niederbayern)

Die Nachrüstung alter Hochschulgebäude ist aufwendig und teuer und gerät oft mit dem Denkmalschutz in Konflikt. Für den Neubau öffentlicher Gebäude (dazu gehören auch Hochschulen) ist Barrierefreiheit dagegen Pflicht.

Beispiel Technische Hochschule (TH) Deggendorf: Der bestehende Campus ist aktuell nur teilweise barrierefrei. Anders der Neubau für die Angewandten Naturwissenschaften, die Medientechnik und das Wirtschaftsingenieurwesen. Dieser neue Teil der TH ist bereits ausgestattet mit Rampen (mit einer Steigung von weniger als sechs Prozent) und Aufzügen, elektrischen Türöffnern, tastbaren Leitsystemen und behindertengerechten Toiletten auf allen Etagen. 2016/17 wird der letzte Bauabschnitt fertiggestellt.

Zur Website der TH Deggendorf

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Landshut plant aktuell einen Neubau, der das bestehende barrierefreie Angebot deutlich erweitern soll. Beispielhaft familiengerecht ist die Hochschule schon heute. Sie bietet u. a. eine Kita, Ferienbetreuung für Schulkinder und Info- und Unterstützungsangebote für (werdende) Eltern und Studierende, die Angehörige pflegen. Dafür wurde die HAW als familienfreundliche Hochschule zertifiziert.

Zur Website der HAW Landshut

Mehr Infos zu barrierefreien Hochschulen in Bayern finden Sie beim Bayerischen Wissenschaftsministerium:

Barrierefrei studieren in Bayern

 

Familie

Nürnberg (Mittelfranken) und Würzburg (Unterfranken)

Wenn Paare oder Familien schwerwiegende Probleme haben, können Beratungsstellen helfen. Gehörlose Menschen haben diese Chance oft nicht. Wo findet man schon Beraterinnen oder Berater, die die Gebärdensprache beherrschen? Und wer möchte Gebärdensprachdolmetschende hinzuziehen, wenn es um privateste Themen geht?

In Nürnberg und Würzburg haben das Erzbistum Bamberg und das Bistum Würzburg diese Angebotslücke geschlossen und Beratungsstellen für gehörlose, schwerhörige und CI-versorgte Menschen eingerichtet. Die Beraterinnen und Berater beherrschen die Gebärdensprache; auf Wunsch kann das Gespräch auch über Skype geführt werden. Die Beratung bietet Hilfe bei Konflikten in der Partnerschaft und der Familie, bei seelischen Problemen und auch, wenn die eigene Hörschädigung oder die eines Angehörigen das gemeinsame Leben belastet.

Beratungstermine können telefonisch, per Fax, SMS, E-Mail und Brief vereinbart werden. Die Beratung steht allen Menschen offen und ist kostenlos. Natürlich gilt für die Beraterinnen und Berater Schweigepflicht. Weitere Infos:

Psychologische Beratung bei Ehe- und Partnerschafts-, Familien- und Lebensfragen:

Beratung in Nürnberg

Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen:

Beratung in Würzburg

Glossar

Cochlea-Implantat, kurz: CI

Ein Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese. Sie wird in einer Operation hinter dem Ohr eingesetzt. Das Übertragungsgerät („Sprachprozessor“) setzt der hörgeschädigte Mensch wie ein Hörgerät ein. Dieses Gerät wandelt alle Geräusche in elektrische Signale um und leitet sie weiter ins Implantat. Dort werden sie entschlüsselt und in die Hörschnecke („Cochlea“) übertragen.

Cochlea-Implantate eignen sich für hochgradig schwerhörige und gehörlose Menschen in jedem Alter. Sie kommen in Frage, wenn ein Hörgerät nicht hilft. Das CI erschließt nicht sofort die Welt des Hörens; CI-versorgte Menschen müssen intensiv üben, das Implantat muss in der Anfangsphase auch häufig individuell nachgeregelt werden.

Weitere Infos: Bayerischer Cochlea Implantat Verband e. V.

 

Information und Kommunikation

Schwaben

Der Bezirk Schwaben hat Anfang 2015 seinen neuen Internetauftritt vorgestellt. Wichtigstes Ziel war es, Barrieren abzubauen. Klar gegliedert und mit technischen Neuerungen ist die Website nun besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Auf der Homepage (Startseite) finden Nutzerinnen und Nutzer aktuelle Meldungen des Bezirks und seiner Einrichtungen. Direktlinks führen zu zentralen Angeboten wie Hilfen für Menschen mit Behinderung oder Jugendliche. Auch dank der verbesserten Suchfunktion findet man nun schnell zur gewünschten Information. An die Barrierefreiheit wurde nicht nur bei der Gestaltung und Programmierung gedacht, sondern auch beim Texten. Das Redaktionsteam achtete auf eine einfache, gut verständliche Wortwahl. Wichtige Infos gibt es auch in Leichter Sprache.

Testen Sie selbst: zur Website des Bezirks Schwaben

Bayernweit

Die Finanzverwaltung legt großen Wert auf ein barrierefreies Angebot. Das Internet-Portal Elster Online erreicht im BITV-Test zur barrierefreien Ausgestaltung 94,5 von 100 möglichen Punkten. Damit gilt Elster Online als gut zugänglich. Der Freistaat Bayern ist für das Portal bundesweit federführend verantwortlich.

Steuerbescheide in Braille-Schrift

Die bayerische Steuerverwaltung bietet barrierefreie Steuerbescheide an. Sehbehinderte und blinde Menschen können sie kostenfrei bei ihrem zuständigen Finanzamt anfordern. Das BIT-Zentrum des BBSB (Beratungs-, Informations- und Textservice-Zentrum des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds e. V.) überträgt den Bescheid in Braille-Schrift. Der Datenschutz ist gesichert. Anschließend leitet das Bayerische Landesamt für Steuern den Bescheid an das zuständige Finanzamt weiter.

Barrierefreie Dokumente im Intranet

Damit blinde und sehbehinderte Beschäftigte auf wichtige Infos und Texte zugreifen können, sind Dokumente im Intranet der bayerischen Steuerverwaltung barrierefrei aufbereitet. Grundlage sind Redaktionsrichtlinien auf Basis der Bayerischen Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung BayBITV.

Glossar

BITV-Test

Die Abkürzung BITV steht für „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“. Sie legt Merkmale eines barrierefreien Internetauftritts fest. Der BITV-Test ist ein Verfahren für die Prüfung der Barrierefreiheit. Erreicht eine Website im Test mindestens 90 von 100 möglichen Punkten, gilt sie als gut bzw. sehr gut zugänglich.

 

Mobilität und Verkehr

Aschaffenburg (Unterfranken)

Die Allianz pro Schiene e. V. zeichnet jedes Jahr bundesweit zwei bis drei Bahnhöfe aus. Wichtig für die Bewertung: Ist der Bahnhof nutzerfreundlich, barrierefrei, servicestark?

Der Hauptbahnhof Aschaffenburg wurde im Jahr 2011 neu eröffnet; schon im Jahr darauf wurde er zum „Bahnhof des Jahres“ gekürt als „der zugänglichste von allen“. Der Bahnhof ist vollständig barrierefrei und auf die Bedürfnisse von seh- und gehbehinderten Menschen, Rollstuhlfahrern wie auch von Eltern mit Kinderwägen zugeschnitten. U. a. sind alle Bahnsteige mit einem Aufzug zu erreichen.

 

Augsburg (Schwaben)

Der Königsplatz in Augsburg ist zentrale „Drehscheibe“ mitten in der Stadt. Dieser Umsteigeplatz wurde bis Ende 2013 vollständig barrierefrei ausgebaut. Heute präsentiert er sich übersichtlich, mit viel Bewegungsraum und gutem Wetterschutz an den Bahnsteigen. Herzstück des „Kö“ ist ein gläserner Pavillon mit großzügigem Dach. Die Außenkante des Dachs ist als leuchtendes Band gestaltet, das Gebäude als Lichtkörper mit gläserner Fassade. Einheimische und Fremde können sich hier einfach orientieren – und entspannt verweilen.

 

München (Oberbayern)

Wie wird ein bestehender Bahnhof barrierefrei ausgebaut? Bayerns Sozialministerin Emilia Müller besuchte 2014 die Münchner Bahnhöfe Pasing und Donnersberger Brücke. In Abstimmung mit Interessensverbänden von Menschen mit Behinderung werden die Bahnhöfe geplant. Praxistests zeigen, wo nachgebessert werden muss. Weit gediehen ist bereits der Pasinger Bahnhof – eine Station für S-Bahnen wie für Fernzüge und eine barrierefreie Furt, die das Viertel auf beiden Seiten der Bahngleise verbindet.

Auf geht’s – hier werden Bahnhöfe barrierefrei:
Augsburg (Schwaben)

Der Augsburger CarSharing-Verein „Bei Anruf Auto e. V.“ bietet einen neuen Service für mobilitätseingeschränkte Mitglieder an: Ein umgebauter Wagen, im Normalbetrieb ein Fünfsitzer mit großem Kofferraum, kann in wenigen Minuten für den Transport eines Rollstuhlfahrers umgebaut werden. Zur Benutzung mit einem Rollstuhl ist vor der ersten Fahrt eine Einweisung erforderlich. Der Fahrer wird entweder vom Mitglied gestellt oder kann via Kooperation mit einer Kirchengemeinde ehrenamtlich organisiert werden. Ein weiteres Fahrzeug steht südlich von Augsburg in Königsbrunn bereit.

So können Menschen, die generell mobilitätseingeschränkt oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, öfter, länger, günstiger und flexibler unterwegs sein.

Interessenten können sich über das Info-Telefon melden: (0821) 796 172 61 oder eine E-Mail schreiben.

Zur Website „Bei Anruf Auto e. V.“

Reisen, Erholung und Freizeit

Deutschlandweit

Die Entwicklung und Vermarktung barrierefreier Angebote im Tourismus ist das Ziel von „Reisen für Alle“. Dieses neue System kennzeichnet Angebote für Menschen mit Behinderung. Verantwortlich für die Einführung in Bayern ist die Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.TM) im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung.

Schon jetzt gibt es viele touristische Angebote, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung erfüllen. Oft sind sie jedoch nicht zertifiziert – oder einfach nicht bekannt.

„Reisen für Alle“ liefert deutschlandweit einheitliche Kriterien für die Qualität der Angebote für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Seh- oder Hörschädigung sowie geistiger Behinderung. Sachverständige prüfen die Angaben der teilnehmenden Betriebe; eine zentrale Prüfstelle vergibt anschließend die Kennzeichnung.

Wichtig ist nicht umfassende Barrierefreiheit. Vielmehr sollen sich Reisende auf die Angaben der Betriebe verlassen können. In einem Hotel, das nicht für Elektro-Rollstühle geeignet ist, kommen möglicherweise Menschen mit Aktivrollstuhl prima klar. Und eine Pension ohne Lift punktet vielleicht mit einem guten Leitsystem für blinde Gäste.

Nicht nur für Menschen mit Behinderung soll „Reisen für Alle“ zum Qualitätsmerkmal werden. Auch ältere Menschen und Familien finden hier Anbieter für entspannte Urlaube. Weitere Infos: Reisen für Alle

 

Bogen (Niederbayern)

Aufsteigen, losradeln, Spaß haben: Auch Menschen mit Behinderung können jetzt den Komfort von Leihrädern genießen und ohne viel Aufwand den Bayerischen Wald oder den Donauradweg erkunden. Ein Fahrradverleih in Bogen bietet u. a. ein E-Handbike mit Rollstuhl, ein Rollstuhltransport-E-Fahrrad, ein E-Dreirad (Therapierad) und – z. B. für blinde Menschen und ihre Begleitung – ein Tandem.

Ein Handbike ist eine Art „halbes Fahrrad“ mit Handantrieb. Mit einem Adapter wird es an den dazugehörigen Aktivrollstuhl angekoppelt. Die Fahrerin oder der Fahrer treibt das Bike über zwei Kurbeln an. Beim E-Handbike unterstützt ein Elektromotor die Radlerinnen und Radler, Steigungen und längere Strecken sind so leicht zu bewältigen, mit einem Radfahrer als Begleitperson kann man so problemlos mithalten. Mit einem Rollstuhltransport-E-Fahrrad ist man zu zweit unterwegs. Zwischen den beiden Vorderrädern des Dreirads ist eine absenkbare Plattform für den Rollstuhl montiert. Der Elektroantrieb unterstützt die Radlerin oder den Radler stetig, damit die Tour nicht zu anstrengend wird.

Dank einer Spende und des Entgegenkommens der Hersteller können das E-Handbike und das E-Rollstuhltransportfahrrad zu günstigen Preisen angeboten werden. Der Verleih bietet auch einen Lieferservice in der Region; die Räder werden morgens an die Haustür geliefert und abends wieder abgeholt. Gebucht werden kann zudem ein barrierefreier Aktivurlaub als Komplettpaket inklusive der Spezialfahrräder.

Das Projekt „Reisen für Alle“ hat den Anbieter als ersten barrierefreien Fahrradverleih in Deutschland zertifiziert. Inzwischen gibt es auch weitere zertifizierte Verleihstationen, u. a. in Chieming (Oberbayern) und in Oberstdorf (Allgäu).

Weitere Informationen:

Barrierefreier E-Bike-Verleih in Bogen

Barrierefreier Aktivurlaub mit behindertengerechten Spezialfahrrädern

Veste Coburg (Oberfranken)

Die Veste Coburg ist eine gewaltige Burganlage. Im frühen 16. Jahrhundert residierten hier die sächsischen Kurfürsten. 1530 gehörte Martin Luther zu den Gästen. Heute beherbergt die Veste die Sammlungen der Coburger Herzöge, von venezianischen Gläsern über altdeutsche Gemälde bis zu den beiden ältesten Kutschen der Welt.

Nun sind Burgen an sich „Barrieren“: so abwehrend und uneinnehmbar wie möglich gestaltet. Und die Innenräume der jahrhundertealten Bauten sind oft nicht barrierefrei nachzurüsten, ohne erheblich in die historische Architektur einzugreifen. Dennoch bemüht man sich auf der Veste Coburg schon seit Langem, Menschen mit Behinderung den Besuch möglich – und möglichst einfach – zu machen.

Für Besucherinnen und Besucher mit Rollstuhl wurde das Kopfsteinpflaster der Auffahrt auf einer Breite von einem Meter abgefräst. Ist die Steigung zu steil, dürfen Menschen mit Behinderung ausnahmsweise auch mit dem Auto bis in den Burghof fahren. Die Zugänge zum Kassenbereich, zur Cafeteria und zum Shop sind barrierefrei; im Eingangsbereich gibt es eine Behindertentoilette. Zwei Stockwerke sind mit einem Aufzug zu erreichen. Für Menschen mit Rollstuhl steht eine Treppensteighilfe zur Verfügung (Umsteigen erforderlich; nur für Geübte).

An der Kasse ist ein Media-Guide für gehörlose Besucherinnen und Besucher erhältlich. Diese Weiterentwicklung der bekannten Audio-Guides bietet neben Sprache und Musik auch Fotos und Videos – in diesem Fall mit Erläuterungen in deutscher Gebärdensprache.

Blindenhunde dürfen mit in die Veste genommen werden. Allerdings dürfen die meisten Ausstellungsstücke nicht berührt werden.

Der Eintritt für Menschen mit Behinderung und eine erforderliche Begleitperson ist ermäßigt.

Infos: Veste Coburg barrierefrei

 

Landkreis Freyung-Grafenau (Niederbayern)

Mit dem Rollstuhl ins Kneipp-Becken, über den Baumwipfelpfad und durch den Hochseilpark, mit dem Kinderwagen durchs Pflanzen- und Gesteins-Freigelände: Im Nationalpark Bayerischer Wald sind viele Angebote auf Familien und Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung zugeschnitten. Neben komplett barrierefreien Routen gibt es auch als „barrierearm“ eingestufte Touren; hier wird Menschen mit Rollstuhl, z. B. wegen Steigungen im Gelände, eine Begleitperson empfohlen.

Zahlreiche Wirtshäuser, Hotels und Ferienwohnungen sind nach den Anforderungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) und des Sozialverbands VdK zertifiziert; es gibt barrierefreie Themen-Wanderwege, Museen und Museumsdörfer.

Zu den Highlights gehört der Handicap-Parcours im Naturhochseilpark Schönberg. Hier können Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung den Bayerischen Wald aus bis zu zwölf Metern Höhe erleben. Die neun Stationen mit Rundhölzern, Hängebrücken, schiefen Ebenen und Wippen sind komplett rollstuhlgerecht. Rollifahrerinnen und Rollifahrer werden wie Fußgänger am Seil gesichert; zusätzlich wird der Rollstuhl am Körper fixiert.

Die Website des Landkreises Freyung-Grafenau listet im ersten Schritt rollstuhlgerechte Angebote auf.

 

Berchtesgaden (Oberbayern)

Zwei Spazierrouten im Hochgebirgspark Berchtesgaden sind barrierefrei und auch für Naturfreunde im Rollstuhl oder mit Kinderwagen geeignet. Auf Anfrage gibt es auch geführte Wanderungen und Exkursionen in Gebärdensprache.

Die Sanitätshäuser im Ort vermieten Elektro-Scooter, Rollatoren und Rollstühle.

Zur Website: Nationalpark barrierefrei

Barrierefrei-Telefon: (08652) 96 86-0

Colmberg (Mittelfranken)

Genussvolle Spaziergänge in einem Mischwald mit vielfältiger Pflanzen- und Tierwelt verspricht der Naturpark Frankenhöhe. Ein 3,7 Kilometer langer Rundweg mit zwei getrennt begehbaren Teilbereichen (1,4 und 2,3 Kilometer lang) ist barrierefrei ausgebaut. Der Boden ist so fest und der Belag so feinkörnig, dass Familien mit Kinderwagen, Kinder mit Dreirad und Menschen mit Rollstuhl oder Gehhilfe ohne fremde Hilfe gut und entspannt vorankommen. Alle 350 Meter laden Bänke oder Rastplätze zum Verweilen ein. Zehn Tafeln informieren über die Natur und die Bewirtschaftung im Waldgebiet.

Der Colmberger Waldwanderweg ist ein Leuchtturmprojekt in Bayern: Er dient als barrierefreie Erlebnisroute und gleichzeitig als Wirtschaftsweg für schwere Forstfahrzeuge. Gestaltet wurde er vom Naturpark Frankenhöhe und den Bayerischen Staatsforsten.

Auf der Website von Colmberg können Sie eine Karte (PDF) mit Informationen zu den Routen (Schwierigkeit, Länge, Höhendifferenz, Steigung usw.) des ersten barrierefreien Wald-Wanderwegs in Bayern herunterladen.

Zur Website: barrierefreier Waldweg in Colmberg

 

Schwarzenbruck (Mittelfranken)

Im Waldseilpark Rummelsberg können auch Menschen mit Rollstuhl einen Teil des Parcours erleben. Samt Rollstuhl „fliegen“ sie, gut gesichert, am Seil zwischen den Bäumen hindurch von Podest zu Podest.

Für sein inklusives Gesamtkonzept wurde der Waldseilpark 2014 mit dem „miteinander“-Preis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.

Hier können Sie den Waldseilpark kennenlernen:

 

Steingaden, Kreis Weilheim-Schongau (Oberbayern)

Familien und Gruppen, Menschen mit und ohne Behinderung fühlen sich wohl im 400 Jahre alten Tagungs- und Gästehaus Langau mit seinen modernen, barrierefreien Räumen. Das christlich geprägte Haus versteht sich unter dem Motto „Einfach Mensch sein“ als inklusiver Ort der Erholung, der Bildung und der Begegnung.

Der Trägerverein organisiert auch Familien- und Erlebnis-Freizeiten für Menschen mit/ohne Behinderung, Kurse, Werkstatttage u. v. m. Jedes Jahr arbeiten rund 250 ehrenamtlich Helfende in der Langau mit.

Zur Website: Langau

 

Oberbayern

Das Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern erstreckt sich zwischen Murnau und dem Kochelsee über 40 Hektar und bietet einen Einblick in den ländlichen Alltag vergangener Jahrhunderte in Oberbayern. Zu entdecken sind rund 60 historische Häuser, Werkstätten, Mühlen und Almgebäude. Auf dem weitläufigen Gelände finden sich zudem Gärten, Wälder und Weiden mit alten Tierrassen.

Das Team des Freilichtmuseums Glentleiten beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit. Mit Erfolg: Im barrierefrei gestalteten Wagnerhäusl können dank vieler Hörstationen und taktiler Texttafeln blinde, sehbehinderte und sehende Besucher gleichermaßen das Leben in einem Kleinanwesen während des 19. Jahrhunderts entdecken.

Ganz klar: Eine Anlage, die dem historischen Vorbild entspricht, kann nie komplett barrierefrei gestaltet werden. Doch etliche Veränderungen ermöglichen Menschen mit Behinderung viele spannende Einblicke.

Zur Website des Freilichtmuseums Glentleiten

Franken

Barrierefrei übernachten – im Hotel oder auf dem Campingplatz –, genießen, Kultur erleben, schwimmen und wandern können Menschen mit Behinderung im „romantischen Franken“.

Romantisches Franken

Das Freilandmuseum Bad Windsheim hat vielfältige barrierefreie Angebote für Kinder (auch Schulklassen) und Erwachsene zusammengestellt, von der Führung bis zu Mitmach-Aktionen in der Holzwerkstatt, im Flachsbrechhaus, in der Backstube oder beim Museumsimker. Auf der Website des Museums kann man einen Geländeplan herunterladen, auf dem barrierefreie Routen markiert und (u. a. mit Hinweis auf Steigungen) beschrieben sind.

Freilandmuseum Bad Windsheim

 

Benediktbeuren (Oberbayern)

Ob mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen: Im Alpenwarmbad Benediktbeuren kommen alle Besucherinnen und Besucher ganz bequem ins Gebäude, in die Kabinen und sanitären Anlagen. Der Behindertenparkplatz liegt direkt vor dem Eingang. Rampen führen ins Gebäude und zu den Schwimmbecken. Auch der Übergang am Beckenrand ist barrierefrei; außerdem führen breite Treppen mit Geländer ins Wasser. Noch ein Pluspunkt: Das Wasser ist weich und enthält sehr wenig Chlor – angenehm für Menschen mit empfindlicher Haut.

Geöffnet ist das Bad mit Warmwasser-, Sport- und Kinderbecken von Anfang/Mitte Mai bis Mitte September.

Zur Website: Alpenwarmbad Benediktbeuren

 

Bayernweit

Die stolze Burg auf hohem Fels, das prunkvolle Schloss voller Treppen: Denkmalgeschützte Bauten oder hügelige Gärten sind für Besucherinnen und Besucher mit eingeschränkter Mobilität manchmal eine Herausforderung. Mit etwas Vorausplanung lassen sich jedoch viele Sehenswürdigkeiten erkunden. Beispiele:

Informationen zur Barrierefreiheit zu all unseren Museen, Schlössern und Burgen finden Sie auf der Website der Bayerischen Schlösserverwaltung. Sie arbeitet kontinuierlich an weiteren Verbesserungen und steht Ihnen bei Ihrer Besuchsplanung gerne zur Seite.

 

Fränkisches Seenland (Mittelfranken, nahe Nürnberg)

Sieben Stauseen, romantische Ortschaften und vielfältige Natur: Das Fränkische Seenland ist eine besonders attraktive Ferienregion. Viele Unterkünfte und Lokale haben sich auf die Bedürfnisse von Familien, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung eingestellt.

Unterkünfte & Lokale

Für erholsamen Urlaubsspaß an den sieben Seen sorgen kilometerlange ebene, teils asphaltierte Fuß- und Radwege, barrierefreie Strände, kostenlose Strandrollstühle, außerdem Rikschas, Tandems und Elektro-Fahrräder, Behindertenparkplätze und -toiletten.

Erholung & Aktivitäten rund um die Seen

Ein Highlight ist eine Fahrt mit der MS Brombachsee, einem in Europa einmaligen Trimaran. Mit einem Aufzug können Fahrgäste die drei sonnigen Decks auch mit Kinderwagen, Rollator und Rollstuhl bequem erreichen.

Barrierefreie Schifffahrt

Die ganzjährig geöffnete Altmühltherme (mit 32 bis 36 Grad warmem, staatlich anerkanntem Jura-Heilwasser, einer Grotte mit Salz aus dem Toten Meer und Verlockungen wie Wellenbad und Aqua-Bouldering) bietet stufenlosen Zugang, Aufzug, Lifter an vier Becken, einen barrierefreien Außen- und Saunabereich und natürlich ein Behinderten-WC.

Altmühltherme

Ein Magnet für Naturfreunde ist die interaktive Dauerausstellung „Lebensraum Altmühltal – Faszination Vogelflug“. Die Räume sind mit einem Aufzug zu erreichen, eine Behindertentoilette gibt es in der Tourist-Info im angrenzenden Gebäude. Auch die Führungen über die Vogelinsel sind für Menschen mit Rollstuhl geeignet. Die Naturerlebnis-Veranstaltungen werden nach Absprache auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung abgestimmt.

Barrierefreies Naturerlebnis

Was verbindet die Lithografie mit dem Archäopteryx? Das alte Steindruckverfahren erzielte mit dem besonders dichten Solnhofener Plattenkalk beste Ergebnisse. Und wo wurden eine Feder und ein ganzes Skelett des berühmten Urvogels gefunden? Genau, in Steinbrüchen in der Solnhofener Gegend. Das Museum Solnhofen mit dem neuen Paläo-Zoo schlägt den Bogen von der Fossil- zur Druckplatte. Ausgestattet ist es mit Rollstuhlrampe, Aufzug und Behinderten-WC.

Museum Solnhofen

„Leonische Ware“ sind kunstvolle Borten und Bänder aus feinstem Draht. Wie er gezogen, geplättet und schließlich zu kleinen Kunstwerken gesponnen und verwebt wird, zeigt an laufenden Maschinen das Fabrikmuseum in Roth. Die Räume sind ebenerdig zugänglich, eine Behindertentoilette ist vorhanden.

Fabrikmuseum Roth

Wolframs-Eschenbach (Mittelfranken, nahe Ansbach)

Der alte Rundweg um die historische Altstadt von Wolframs-Eschenbach wurde im Sommer 2016 barrierefrei neu- bzw. ausgebaut. Sein kiesähnlicher Belag ist auch mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar.

Der neue 2,3 km lange Literaturweg Franken hat einiges zu bieten: 15 Tafeln säumen den Pfad. Darauf zu sehen: Stücke von ausgewählten fränkischen Dichtern und Schriftstellern wie Wolfram von Eschenbach und Jakob Wassermann. QR-Codes auf den Tafeln führen zu weiteren Informationen über den jeweiligen Autor.

Zudem gibt es auf der Route neben einem Spielplatz und zwei Weihern auch viele Bänke und eine renovierte Brücke. Die Tour endet am Stadtmuseum Wolfram von Eschenbach.

Mehr erfahren: zum Report über Wolframs-Eschenbach

Mehr erfahren: zur Website des Literaturwegs Franken

Bad Füssing (Niederbayern)

Gut ankommen, mobil sein, entspannen und genießen: Bad Füssing, Kurort und beliebtes Urlaubsziel, hat bereits etliche barrierefreie Angebote für Einheimische und Gäste. Behinderten-Parkplätze und -WCs, barrierefreie Einrichtungen in den Thermalbädern und barrierefreie Konzertplätze sind Standards. Darüber hinaus bietet Bad Füssing z. B. Busbegleiter im Orts- und Bäderverkehr, die Fahrgästen mit Behinderung, älteren Menschen und Familien mit Kinderwagen behilflich sind, stundenweise Betreuung zur Entlastung pflegender Angehöriger und barrierefreie Führungen durch den Ort. Ein Fahrradverleih hat u. a. auch Rollstühle sowie Dreiräder für Menschen mit Behinderung im Fuhrpark. Auf der Website von Bad Füssing finden Sie eine übersichtliche Zusammenstellung und können ein Faltblatt mit allen Infos und Adressen als PDF herunterladen:

Barrierefrei in Bad Füssing unterwegs

 

Barrierefrei leben in Stadt und Land

Regensburg (Oberpfalz)

Mehr als 70 Seiten stark ist die Broschüre „Barrierefrei durch Regensburg“. Sie entstand im Rahmen der Initiative „Regensburg inklusiv“. Aufgelistet sind Orte, Einrichtungen und Angebote für Menschen mit Gehbehinderung/Rollstuhl bzw. Hörbehinderung. Gesundheit, Verkehr und Wohnen sind ebenso bedacht wie das Arbeiten, Einkaufen und Genießen in der Stadt.

Pfiffig: Der „Pflasterplan“ markiert grün, gelb und rot, welche Straßen für Rollstuhl, Rollator oder kleinrädrigen Kinderwagen gut, bedingt oder nicht geeignet sind.

Info und Broschüre: Regensburg barrierefrei

 

München (Oberbayern)

Vom Wirtshaus bis zur Wanderroute, vom Badesee oder Schwimmbad bis zur Toilette: In einer übersichtlichen, nutzerfreundlichen Datenbank stellt der Club Behinderter und ihrer Freunde e. V. (CBF) barrierefreie Orte und Angebote in München und der Region vor. Neustes Projekt: rollstuhlgerechte Arzt- und Therapiepraxen. Für Kurzurlaube in München hat der Club sogar ein behindertengerechtes Apartment eingerichtet.

Rollstuhlgeeignete Orte in München

 

Abensberg (Niederbayern)

Die Sozialgenossenschaft „mittendrin!“ ist Ansprechpartnerin für Politik, Gesellschaft und Unternehmen. Sie bietet Beratung und Workshops zu allen Themen rund um Barrierefreiheit und Inklusion, von der Webgestaltung bis zum Reisen.

Eine Fotoausstellung zeigt, was das „mittendrin!“-Team erkundet und erprobt hat, vom barrierefreien Wanderweg bis zum Begegnungs-Bauernhof.

 

Aidhausen (Kreis Haßberge, Unterfranken)

Wie viele Dörfer im Kreis Haßberge kämpft auch Aidhausen mit sinkenden Bevölkerungszahlen. Dadurch stehen im alten Ortsteil auch immer mehr Gebäude leer. 2007 schloss der einzige Gemischtwarenladen im Ort. Daraufhin entwickelte ein Arbeitskreis die Idee, einen Dorfladen zum Schlüsselprojekt der Dorferneuerung zu machen; gesagt, getan: Seit 2011 liegt das Aidhäuser Dorflädle mitten im Ort, direkt neben dem Rathaus. Mitfinanziert haben das Projekt mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger, die Anteile zeichneten. Gewinne werden in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet. Im Laden kann man Lebensmittel und Briefmarken kaufen, Schuhe zur Reparatur abgeben oder einfach einen Kaffee trinken und ratschen. Ein Lieferservice für ältere Menschen rundet das Angebot ab. Im ersten Stock des Neubaus liegt, mit einem Aufzug erreichbar, die Mehrgenerationen-Werkstatt. Auch hier treffen sich die Menschen aus dem Ort – zum Handarbeiten, Backen oder zum Krabbelfrühstück mit den allerjüngsten Aidhausenern.

Das Aidhäuser Dorflädle kennenlernen

 

Ansbach (Mittelfranken)

Übersichtlich und auf einen Blick: Das Informations-Portal „Ansbach barrierefrei“ listet Informationen und detaillierte Angebote zur Barrierefreiheit in der Stadt.

Im Fokus stehen Themen wie „Mobilität und Verkehr“, „Unterkünfte“, „Gastronomie“ und unterschiedlichste Freizeitaktivitäten.

Besucher können sich zudem über touristische Angebote sowie das aktuelle Stadtgeschehen informieren. Konkrete Adressen und Ansprechpartner laden zur Kontaktaufnahme ein und zeigen: Die Initiatoren setzen sich für eine behindertenfreundliche Stadt ein.

Zur Website: Ansbach barrierefrei