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Bayern barrierefrei

Schon gewusst? In Bayern leben …

Sie haben keine Behinderung? Das Thema Barrierefreiheit geht Sie also nichts an? Stimmt nicht: Lesen Sie’s nach!

 

… mehr als 680.000 Kinder unter sechs Jahren.

Das bedeutet: Sie strampeln vergnügt im Kinderwagen, sitzen im Buggy, flitzen mit ihrem Dreirad, Roller oder Laufrad – und wiegen sehr, sehr schwer in Mamas oder Papas Arm, wenn es unterwegs z. B. keinen Lift gibt, sondern nur eine Treppe.

Eine barrierefreie Umwelt macht Familien das Leben leichter!


(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes)

 

… mehr als 2,5 Millionen Menschen ab 65 Jahren.

In Bayern leben mehr als 2,5 Millionen Menschen, die 65 Jahre und älter sind. In den kommenden Jahren wird ihre Zahl nach Vorausberechnungen erheblich zunehmen.

Mit der Zahl der älteren Menschen steigt auch der Bedarf an barrierefreien Angeboten weiter stark an. Das Wohnhaus mit Aufzug, das rollstuhlgerechte Apartment, die Leselupe am Einkaufswagen im Supermarkt, der abgesenkte Einstieg in Bus und Bahn:

Eine barrierefreie Umwelt hilft älteren Menschen, so lange wie möglich aktiv und selbstständig zu leben!

Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes Bayerisches Landesamt für Statistik, Bevölkerungsvorausberechnung

… rund 1,19 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung.

Derzeit leben in Bayern rund 1,19 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung. Eine Schwerbehinderung liegt vor, wenn von den zuständigen Ämtern ein Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt wurde.

(Quelle/Anzahl der schwerbehinderten Menschen: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Menschen mit Behinderung – Strukturstatistik 2016. Hinweis: Im Abschnitt „Ressourcen“ können Sie das Excel-Dokument mit den statistischen Daten öffnen.)

Die meisten Menschen mit Schwerbehinderung könn(t)en selbstständig leben, arbeiten, online Infos suchen, einkaufen oder sich mit anderen austauschen, ihre Freizeit genießen. Vorausgesetzt, ihre Umwelt ist barrierefrei gestaltet. Das bedeutet z. B. für gehörlose Menschen: Filme und Vorträge werden in Gebärdensprache übersetzt, am Arbeitsplatz werden Lichtsignale statt bzw. zusätzlich zu Tonsignalen verwendet. Für sehbehinderte Menschen: Websites mit individuell einstellbaren Kontrasten, Vorlesefunktionen und Braille-Zeile. Für Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten: Websites in Leichter Sprache. Für Menschen mit Gehbehinderung: Rampe oder Lift statt Stufen.

Eine barrierefreie Umwelt ermöglicht Menschen mit Behinderung die selbstständige und selbstbestimmte Teilhabe an allen Lebensbereichen!

 

Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt mindestens 50. „Grad“ heißt: die Schwere der Behinderung. Ein GdB von 50 oder mehr bedeutet für den Menschen oftmals eine erhebliche Einschränkung (z. B. der Beweglichkeit oder Sehfähigkeit). Ab einem GdB von 50 können Betroffene einen Schwerbehindertenausweis erhalten, den es mittlerweile im modernen Scheckkartenformat gibt.

Die Agentur für Arbeit kann Menschen mit einem geringeren Grad der Behinderung (mindestens 30 bis unter 50) Menschen mit Schwerbehinderung gleichstellen. Dann können z. B. Lohnkostenzuschüsse, Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung und eine Betreuung durch Fachdienste gewährt werden. Voraussetzung: Die betroffenen Menschen könnten ohne die Gleichstellung keinen geeigneten Arbeitsplatz bekommen oder behalten. Die gesetzliche Grundlage liefert § 2 Abs. 3 SGB IX.

  • Funktionsbeeinträchtigung des Bewegungsapparats (einschließlich Querschnittslähmung)
  • Funktionsbeeinträchtigung innerer Organe bzw. Organsysteme
  • Zerebrale Funktionsbeeinträchtigung („Zerebral“ bedeutet: das Gehirn betreffend) und/oder psychische Gesundheitsstörung

(Quelle/Art der Hauptbehinderung: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Menschen mit Behinderung – Strukturstatistik 2016. Hinweis: Im Abschnitt „Ressourcen“ können Sie das Excel-Dokument mit den statistischen Daten öffnen.)

Ein Mensch kann von mehreren Behinderungen betroffen sein. Die schwerste Behinderung nennt man auch „Hauptbehinderung“. Sie ist ausschlaggebend, wenn der Grad der Behinderung festgestellt wird.

  • In den meisten Fällen (rund 91 Prozent) verursachte eine Krankheit die Behinderung.
  • Bei knapp fünf Prozent der betroffenen Menschen ist die Behinderung angeboren.
  • Bei knapp drei Prozent ist ein (Arbeits-)Unfall die Ursache.
  • Zu den weiteren Ursachen gehören u. a. Beschädigungen durch den Kriegs-, Wehr- oder Zivildienst.

(Quelle/Ursache der Hauptbehinderung: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Menschen mit Behinderung – Strukturstatistik 2016. Hinweis: Im Abschnitt „Ressourcen“ können Sie das Excel-Dokument mit den statistischen Daten öffnen.)

 

Alter Anteil
unter 18 Jahre 2,2 Prozent
18 bis 64 Jahre 42,6 Prozent
65 Jahre und älter 55,2 Prozent

(Quelle/Schwerbehinderte Menschen nach Altersgruppen: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Menschen mit Behinderung – Strukturstatistik 2016. Hinweis: Im Abschnitt „Ressourcen“ können Sie das Excel-Dokument mit den statistischen Daten öffnen.)

 

… wir alle: rund 12,8 Millionen Menschen.

Und wir alle sind unterwegs. Mit vollen Einkaufsbeuteln, der schweren Schultasche, dem Notebook und der Aktentasche, mit vollen Koffern, dem wehen Knie, dem Gipsbein, der Müdigkeit nach einem langen Arbeitstag. Wie gut, wenn wir jetzt nicht auch noch die steilen Treppen steigen müssen ...

Eine barrierefreie Umwelt ist für ALLE Menschen komfortabler, einfacher, sicherer!

(Aber nicht vergessen: Wer kann, sollte den Lift links liegen lassen und selbst die Treppen hochsteigen. Das hält bekanntlich fit und in Form!)

(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes)

 

Weiterführende Informationen

„Schwerbehinderung“: Was bedeutet das genau?

Infos und Beispiele finden Sie in unseren Worterklärungen (Glossare) auf vielen Seiten – oder kompakt im Lexikon. Schauen Sie rein:

Zum Lexikon

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