StMAS/Nötel

Alt trifft neu: Barrierefreiheit im denkmalgeschützten Gericht

Signet „Bayern barrierefrei“ für das Sozialgericht Nürnberg

Nürnberg, Dezember 2025

Umbauten an historischen Gebäuden sind eine besondere Herausforderung. Wie das gelingen kann, zeigt sich am Sozialgericht Nürnberg. In dem denkmalgeschützten Gebäude, das aus der Zeit um das Jahr 1900 stammt, wurden zahlreiche Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit umgesetzt. Das Sozialgericht stellt so unter Beweis, dass eine alte Bausubstanz kein Hindernis für eine moderne und barrierefreie Ausstattung ist. Dafür wurde es von Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, MdL, mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet.

Zum Sozialgericht kommen häufig ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkungen. Für sie war es lange Zeit schwierig, ohne fremde Hilfe in das Gerichtsgebäude zu gelangen. Dank der Umbaumaßnahmen ist es nun für alle Menschen gut zugänglich. Direkt neben dem Gericht befinden sich mehrere Behindertenparkplätze. Da der Haupteingang nicht komplett barrierefrei umgestaltet werden konnte, wurde eine geeignete Zugangsmöglichkeit über den Innenhof des Sozialgerichts geschaffen. Am Hofeingang kann man sich an einer rollstuhlgerechten Kommunikationsstele bei der Pforte anmelden. Über glatte Pflastersteine, die eigens anstelle des Kopfsteinpflasters verlegt wurden, führt der Weg dann zum neuen Aufzug.

Der Aufzug ist mit Bedientasten in rollstuhlgerechter Höhe ausgestattet und ermöglicht dank Brailleschrift und Sprachansage auch Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung. So können die Sitzungssäle im ersten und zweiten Stock ohne Barrieren erreicht werden. Die Säle selbst verfügen über schwellenfreie Zugänge sowie rollstuhlgerechte Beteiligtentische und können bei Bedarf mit einer induktiven Höranlage ausgestattet werden. In drei Gerichtssälen gibt es zudem eine mobile Rollstuhlrampe zum Podest der Richterbank.

Alle Arztzimmer und die Rechtsantragsstelle sind barrierefrei erreichbar. Im Erdgeschoss befindet sich ein behindertengerecht ausgestattetes WC mit Notrufsystem. Auch ein Wickeltisch ist vorhanden. Die gut beschilderten Wege im Gericht führen über Treppen mit beidseitigen Handläufen und durch breite Flure mit Offenhaltungsmechanismus an den Durchgangstüren.

Im Bild: Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, MdL (rechts), übergibt das Signet „Bayern barrierefrei“ an Gerichtspräsidentin Dr. Margot Buttmann.

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