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Bayern barrierefrei

Pflicht und „Kür“ barrierefrei

Signet „Bayern barrierefrei“ für das Landestheater Schwaben (LTS)

Gruppenbild: Übergabe des Signets „Bayern barrierefrei“.

Memmingen, September 2020

Auch bei der Barrierefreiheit gibt es Pflicht und Kür. Die Pflicht schreiben Gesetze, Verordnungen und DIN-Normen vor. Die Kür entspringt engagierten, kreativen Köpfen, die sich leidenschaftlich ins Thema vertiefen. Solch kreative Köpfe findet man zum Beispiel am Landestheater Schwaben (LTS). Hier wurde nicht nur mit Umbauten eine barrierefreie Umgebung geschaffen. Die Verantwortlichen entwickeln auch immer wieder Angebote, die Menschen mit Behinderung die Theaterwelt als entspanntes Rundum-Erlebnis erschließen.

Ein Beispiel: die Touch Tours. Vor einer Aufführung können blinde und sehbehinderte Theaterfans auf einer Tour die Bühne, die Requisiten und die Kostüme erkunden. Anfassen und ertasten ist ausdrücklich erwünscht (das englische Verb „to touch“ = anfassen gab den Touren ihren Namen). In einer Einführung erfahren die Gäste mehr über die Inszenierung; die Schauspielerinnen und Schauspieler des Stücks stellen sich und ihre Rollen vor. Entwickelt wurden die Touch Tours im Austausch mit sehbehinderten Menschen und dem Blindenbund. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung erforderlich (Kontaktdaten finden Sie im LTS-Besucherservice).

Den Begriff „Comfort“ hat das LTS ganz neu definiert: als Komm-vor-Einlass für alle Menschen mit (sichtbarer oder unsichtbarer) Behinderung oder Einschränkung. Sie dürfen vor allen anderen in den Saal kommen und ganz ohne Gedränge und Hektik ihre Plätze einnehmen. Infos zum Comfort [Komm vor]-Einlass bietet der LTS-Besucherservice. Nachmittagsvorstellungen kommen älteren Menschen genauso wie Familien mit theaterbegeisterten Schulkindern entgegen. Geplant oder angedacht sind außerdem Aufführungen mit Audiodeskription oder Live-Übersetzung in Gebärdensprache für hörgeschädigte bzw. gehörlose Menschen.

Dass möglichst viele Menschen die „Kür“ am LTS erleben und mitgestalten können – dafür sorgt die schon 2010 erfüllte Pflicht. Damals wurde das Theater um einen Bau erweitert und barrierefrei gestaltet, mit Behindertenparkplätzen in der Tiefgarage, Aufzügen zu allen Etagen, barrierefreien Toiletten – und induktiven Höranlagen im Parkett des Großen Hauses und im Studio.

Signet-Übergabe mit (Corona-)Abstand und guter Laune (vorne, von links): Alfons Weber, Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten, Sozialministerin Carolina Trautner, Julia Kropf, Leitung Disposition und Gastspielverkauf LTS, sowie (hinten, von links) Barbara Holzmann, erste Vizepräsidentin des Bayerischen Bezirketags, Dr. Hans-Martin Steiger, 3. Bürgermeister der Stadt Memmingen, Anna Birk, kommunale Behindertenbeauftragte, Regina Sproll, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirats, Josef Miller, Staatsminister a. D., und Dr. Kathrin Mädler, Intendantin des LTS.

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