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Bayern barrierefrei

Über diese Website

Welche Fragen beantwortet diese Website?

Barrierefrei sind Lebensbereiche dann, wenn alle Menschen sie einfach und ohne fremde Hilfe erreichen und nutzen können. Klare Sache, oder? Naja, einige Fragen zum Thema Barrierefreiheit gibt es schon noch. Diese Website versucht, sie zu beantworten:

Ich habe Fragen zur Barrierefreiheit oder suche barrierefreie Beratung. Wo finde ich Anlaufstellen im Internet oder in meiner Region?

Das Wichtigste in Kürze

Barrierefrei sind Lebensbereiche dann, wenn Menschen mit und ohne Behinderung

  • sie gleichberechtigt mit anderen erreichen und nutzen können.
  • Und zwar ohne besondere Erschwernis …
  • und grundsätzlich ohne fremde Hilfe.
  • Menschen mit Behinderung.
  • Älteren Menschen.
  • Familien, die mit Kinderwagen, Buggy, Dreirad, Tretroller oder einfach müden kleinen Kindern unterwegs sind.
  • Menschen mit schweren Einkaufstaschen oder Gepäck.

Oder kurz: uns allen. Barrierefreie Angebote sind übrigens nicht nur für diejenigen von Vorteil, die sie nutzen, sondern auch für die Anbieter. Ob Wirtshaus, Kino oder Webshop, Bankfiliale oder Bauträger – wer sich heute um Barrierefreiheit kümmert, sichert sich die Kunden von morgen.

Ganz einfach: in allen. In der Arbeitswelt, beim Bauen und Wohnen, in der Bildung, im Gesundheitsbereich, in der Information und Kommunikation, bei Mobilität und Verkehr, Reisen, Erholung und Freizeit und im Sport.

Natürlich Treppen und Stufen, hohe Schwellen, schmale Türstöcke. Doch auch eine unübersichtliche Website baut Barrieren auf. Oder ein schwieriger Text. Ein Kinofilm ohne Untertitel. Eine romantische Altstadtgasse mit Kopfsteinpflaster … Auch die Unwissenheit und/oder Befangenheit im Umgang mit Menschen mit Behinderung ist eine Barriere. Diese „Barriere im Kopf“ verhindert oft noch das selbstverständliche Miteinander in unserer Gesellschaft. Dabei kostet es weder Geld noch Mühe, sie abzubauen. Wir müssen nur einen Satz akzeptieren – und leben: Es ist ganz normal, verschieden zu sein.

  • Türgriffe, Armaturen, Tasten, Schalter oder Regler sind für alle gut zu erreichen, zu greifen und zu bedienen.
  • Wege und Orte können zu Fuß wie auch mit dem Rollstuhl oder Rollator problemlos genutzt werden.
  • Informationen werden für mindestens zwei der Sinne Hören, Sehen und Tasten angeboten.
  • Der öffentlich zugängliche Raum ist kontrastreich für Auge, Ohr und Tastsinn gestaltet.
  • Auch Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderung haben Zugang zu wichtigen Infos und Orientierungshilfen.
  • Menschen ohne Behinderung begegnen Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe, nicht von oben herab. Sie bieten bei Bedarf Hilfe an – drängen oder zwingen sie aber nicht auf. Sie nehmen ihr Gegenüber als Menschen (mit Behinderung) wahr, nicht als „Behinderten“. Kurz gesagt: Alle Menschen behandeln einander, wie sie selbst gerne behandelt werden möchten.

Ministerpräsident Horst Seehofer hat 2013 in seiner Regierungserklärung das Ziel vorgegeben, Bayern bis 2023 im gesamten öffentlichen Raum und im gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) barrierefrei zu gestalten.

Die Staatsregierung investiert kräftig in die Barrierefreiheit. Die Maßnahmen konzentrierten sich in einem ersten Schritt auf die Bereiche, die für das alltägliche Leben der Menschen von elementarer Bedeutung sind: die Mobilität, die Bildung und die öffentlich zugänglichen staatlichen Gebäude. Die Staatsregierung führt das Programm „Bayern barrierefrei“ mit Nachdruck weiter. Neben den bisherigen Bereichen wurden die Handlungsfelder Information und Kommunikation, Gesundheit sowie Fortbildung der Beschäftigten im staatlichen Bereich in Angriff genommen. Die Umsetzung der Barrierefreiheit in diesen Handlungsfeldern wird durch Maßnahmen in den Bereichen Beratung und Bewusstseinsbildung unterstützt.

Die staatlich geförderte Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer berät zu allen Fragen der Barrierefreiheit – vom barrierefreien Bauen oder Umbauen bis zu barrierefreien Internetangeboten und barrierefreier Kommunikation an 18 Standorten in Bayern. Die Erstberatung ist kostenfrei.

Eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne mit Plakaten, Online-Bannern, Informationsmaterialien und natürlich mit diesem Portal rückt das Thema Barrierefreiheit in den Blickpunkt und macht deutlich, welche Vorteile die Barrierefreiheit für alle Menschen in Bayern hat. Ziel ist, möglichst viele Menschen in Bayern für den Abbau von Barrieren zu gewinnen.

Zur Regierungserklärung „Bayern. Die Zukunft“ (November 2013)

Weitere Infos zum Programm „Bayern barrierefrei“

Mehr erfahren über die Beratungsstelle Barrierefreiheit

Eine gute Adresse ist die vom Bayerischen Sozialministerium geförderte Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer. Schon seit 1984 unterstützt die Bayerische Architektenkammer mit Beratungsangeboten für Bauherren, Architekten, Fachleute und Nutzer den Abbau von Barrieren und das barrierefreie Bauen in Bayern. In diesen 30 Jahren hat sie über 60.000 kostenlose Beratungen durchgeführt.

Im Rahmen des Programms „Bayern barrierefrei“ wurde das Beratungsangebot vom Thema Bauen auf alle Aspekte der Barrierefreiheit erweitert, vom barrierefreien Bauen oder Umbauen bis zu barrierefreien Internetangeboten. Die Beratungsstelle bündelt außerdem als zentrale, koordinierende Anlaufstelle Informationen zu bestehenden Beratungsangeboten weiterer Beratungsanbieter im Sinne eines Netzwerkes. Und die Beratungsstelle ist noch präsenter geworden; mittlerweile ist sie an 18 Standorten in Bayern vertreten. Die Erstberatung ist für Ratsuchende unentgeltlich.

Die Stiftung Pfennigparade mit ihrer Tochtergesellschaft VUB (Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft für Behindertenwerkstätten mbH) konnte speziell für die Bereiche Digitale Medien und Leichte Sprache als Kooperationspartnerin der Beratungsstelle gewonnen werden. Die VUB schult, berät und unterstützt die Beraterinnen und Berater in den genannten Bereichen.

Für wen wurde die Website gemacht?

  • Für Menschen, die erfahren wollen, wie Barrierefreiheit funktioniert und warum sie allen nützt.
  • Für Menschen mit und ohne Behinderung, für alte und junge Menschen, für Menschen, die gerne selbst Barrieren abbauen möchten.
  • Für alle Menschen!

Ist diese Website barrierefrei?

Ja. Alle Seiten und Inhalte sind barrierefrei gestaltet:

  • Die Seiten können sowohl mit der Maus als auch mit einer Tastatur bedient werden.
  • Alle Texte und Links sind kontrastreich gestaltet.
  • Eine logische Überschriftenstruktur ermöglicht es Menschen, die Screen-Reader nutzen, einfach zu navigieren. Das bedeutet: Auch blinde und sehbehinderte Menschen finden sich gut zurecht.
  • Aussagekräftige Seitentitel vermitteln bereits am Anfang den Hauptinhalt einer aufgerufenen Seite.
  • BITV und WCAG sind Standards für Barrierefreiheit im Internet. Wichtig für die Umsetzung waren die BITV 2.0 und die WCAG 2.0 auf Konformitätsstufe AA. Auch Aspekte der Konformitätsstufe AAA spielten für uns eine wichtige Rolle, u. a. stellen wir ein Glossar zur Erklärung von Fachbegriffen zur Verfügung.
  • Den Text dieser Seite gibt es auch in Leichter Sprache und in Gebärdensprache.

Websites und Dokumente, auf die wir verlinken, sind nicht unbedingt barrierefrei.

Website im Test – Barrierefreiheit bestätigt

Logo: BIK BITV-Test 95plus

Die Barrierefreiheit dieser Website wurde im Juni 2017 nach dem BITV-Testverfahren geprüft. BITV steht für die Verordnung für barrierefreie Informationstechnik.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Website erhielt 96,25 von 100 möglichen Punkten und gilt damit als „sehr gut zugänglich“.

Die Kriterien des Tests:

Unter anderem wurde geprüft, ob sich alle Texte der Website vorlesen lassen und dabei logisch und gut verständlich sind. Untersucht wurde auch, ob Nutzerinnen und Nutzer sich gut orientieren und einfach durch die Inhalte navigieren können. Die Website überzeugte zudem dadurch, dass sie nicht nur per Mausklick bedienbar ist; alle Inhalte lassen sich auch mit der Tastatur erschließen. Das ist gerade für blinde Menschen oder Personen mit motorischen Einschränkungen sehr wichtig.

Entwickelt wurde der BITV-Test durch das Projekt BIK (Barrierefrei informieren und kommunizieren), das vom Bundessozialministerium gefördert wird.

Wer hat an dieser Website mitgearbeitet?

Menschen, die im Leben auf Barrieren stoßen. Menschen, die Barrieren abbauen. Fachleute für Barrierefreiheit. Wir haben sie getroffen, befragt, begleitet. Wir durften ihnen über die Schulter und auf die Finger schauen, sie fotografieren und mit tausend Fragen löchern.

Dafür vielen herzlichen Dank!

Wo finde ich was?

Diese Website ist in vier Bereiche gegliedert:

  • Fakten. Hier finden Sie (offizielle und ganz persönliche) Definitionen, können in verschiedene Lebensbereiche schnuppern und Ihr Barrierefrei-Wissen testen. Außerdem geben wir Tipps fürs Barrierefrei-Machen.
  • Beispiele. Was bedeutet Barrierefreiheit in der Praxis? Viele Beispiele machen unser Thema anschaulich.
  • Magazin. Zusehen, zuhören, miterleben – das ist die Devise in unserem Magazin. Hier können Sie viele interessante Menschen aus Bayern kennenlernen. Und das Beste: Regelmäßig kommen neue Beiträge dazu.
  • Service. Hier stellen wir wichtige Anlaufstellen rund um die Barrierefreiheit in Bayern vor. Sie sind nach Lebensbereichen geordnet. Außerdem verlinken wir zu Gesetzen und Verordnungen zum Thema. Und wenn noch etwas unklar ist, hilft Ihnen das Barrierefrei-Lexikon weiter.

 

Glossar

Leichte Sprache und einfache Sprache

  • Leichte Sprache hilft Menschen mit geistiger Behinderung.

    Texte in Leichter Sprache sind in großer Schrift gedruckt. Sie sind übersichtlich gegliedert. Sie bestehen aus kurzen, klaren Sätzen. Jeder Satz vermittelt nur eine Information. Fremdworte werden durch deutsche Begriffe ersetzt. Zusammengesetzte Begriffe werden mit Bindestrich geschrieben. Bilder unterstützen das Textverständnis.
    Texte in Leichter Sprache werden von Text-Profis oder intensiv eingearbeiteten Menschen verfasst.
     
  • Die einfache Sprache folgt weniger strengen Regeln als die Leichte Sprache. Man muss kein Text-Profi sein, um sich einfach auszudrücken.

    Die Sätze können länger als in der Leichten Sprache und auch in Nebensätze gegliedert sein. Alle Alltagsbegriffe können verwendet werden. Fremdwörter sollten vermieden oder erklärt werden. Die einfache Sprache ist praktisch für Menschen mit Lernschwierigkeiten und z. B. auch Menschen, die aus dem Ausland kommen und die deutsche Sprache noch nicht gut verstehen.

Die Regeln für die Leichte Sprache entwickelt das Netzwerk Leichte Sprache.

Gebärdensprache

In Deutschland leben rund 80.000 gehörlose Menschen (Quelle: Deutscher Gehörlosen-Bund ). Sie können sich u. a. mit der Deutschen Gebärdensprache (DGS) verständigen. Gebärdet wird mit Finger- und Handzeichen, unterstützt durch Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Lippenbewegungen. Die Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt.

Als erste süddeutsche Hochschule (HS) bietet übrigens die HS Landshut einen Bachelor-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen an. Start: Wintersemester 2015/16

„Website“ und „Web-Seite“

Website kommt aus dem Englischen und bedeutet: ein Ort oder eine Stelle im Netz, also im Internet. Eine (englische) „Site“ ist keine (deutsche) „Seite“. Eine Website ist ein Internetauftritt. Sie besteht aus einer oder mehreren (Unter-)Seiten. Vergleicht man einen Internetauftritt mit einer Zeitschrift, dann wäre …

  • die Website die gesamte Zeitschrift
  • eine Unterseite eine Seite oder ein Artikel der Zeitschrift.