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Bayern barrierefrei

Was bedeutet „barrierefrei“?

Was ist Barrierefreiheit? Diese Frage haben wir allen Menschen gestellt, die uns begegnet sind: Menschen mit und ohne Behinderung, Wegbereiter und Gestalter einer barrierefreien Umwelt. Und natürlich gibt es auch eine offizielle Definition.

Terrasse mit Biertisch und Bänken. Eine Gruppe von Menschen sitzt um den Tisch; am Kopfende eine Frau im Rollstuhl.

Ganz persönlich: was „barrierefrei“ für mich bedeutet

 

Porträtfoto: Ministerpräsident Horst Seehofer. Porträtfoto: Ministerpräsident Horst Seehofer.

Horst Seehofer ist seit 2008 Bayerischer Ministerpräsident. 2013 startete er das Programm „Bayern barrierefrei 2023“.

Zum Video-Statement von Ministerpräsident Horst Seehofer

„Wenn man sich solche Ziele nicht setzt, dann wird man die Barrierefreiheit in vollständiger Form nicht erreichen.“

Porträtfoto: Ulrich Heimlich.

Professor Ulrich Heimlich ist Inhaber des Lehrstuhls für Lernbehindertenpädagogik sowie Beauftragter für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Zum Gespräch mit Professor Dr. Ulrich Heimlich

„Barrierefreiheit bedeutet für mich: Grenzen wahrzunehmen, sie als Aufgabe zu definieren und zu verschieben. Wir stoßen immer an Grenzen! Das ist kein Grund, zu resignieren.“

Porträtfoto: Josef Plötz.

Der IT-Spezialist Josef Plötz testet bei der Stiftung Pfennigparade u. a. barrierefreie Websites und gibt Schulungen zur Barrierefreiheit im digitalen Raum.

Zum Besuch bei Josef Plötz

„Barrierefreiheit soll nicht als lästige Pflicht betrachtet werden, sondern als zusätzliche Qualität eines Angebots – als besonderer Nutzen.“

Porträtfoto: Thomas Lenzen.

Thomas Lenzen ist Geschäftsführer Architektur und Technik der Bayerischen Architektenkammer. Er leitet die Beratungsstelle Barrierefreiheit.

Zum Gespräch

„Qualitätssicherung heißt auch: nicht über die Köpfe hinweg planen, sondern immer die Betroffenen, z. B. Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen, einbeziehen.“

Porträtfoto: Christian Lösel.

Dr. Christian Lösel ist Oberbürgermeister von Ingolstadt.

Zum Report: barrierefreies Neues Rathaus Ingolstadt

„Barrierefreiheit bedeutet für uns: Wir gestalten keine `altengerechte´ Stadt, sondern eine altersgerechte. Also eine, die den Bedarfen jeder Altersgruppe gerecht wird.“

Porträtfoto: Inge Braun.

Inge Braun ist Behindertenbeauftragte der Stadt Ingolstadt.

Zum Report: barrierefreies Neues Rathaus Ingolstadt

„In den vergangenen Jahren hat ein Umdenken begonnen. Bei uns in der Verwaltung wird die Barrierefreiheit automatisch mitbedacht.“

Porträtfoto: Michael Dörr.

Michael Dörr ist Bürgermeister von Wolframs-Eschenbach.

Zum Report: barrierefreies Rathaus Wolframs-Eschenbach

„Fit sein für die Zukunft! Es geht um Lebensqualität für alle, für Menschen mit Behinderung und für ältere Menschen. Damit sie ihren Platz in der Gesellschaft haben.“

Porträtfoto: Wolfram Arnold.

Wolfram Arnold ist Behindertenbeauftragter der Stadt Wolframs-Eschenbach.

Zum Report: barrierefreies Rathaus Wolframs-Eschenbach

„Ich denke neben den älteren Menschen auch an die Jungen: Ich habe es selber erlebt, innerhalb von Sekunden kann sich das Leben ändern, und dann ist man der Betroffene. Teilhabe ist das Wichtigste, denn ich möchte mich nicht ausgegrenzt fühlen. Jeder profitiert von Barrierefreiheit!“

Porträtfoto: Anton Seitz.

Anton Seitz ist Behindertenbeauftragter des Landkreises Ansbach und Altbürgermeister von Wolframs-Eschenbach.

Zum Report: barrierefreies Rathaus Wolframs-Eschenbach

„Barrierefreiheit bedeutet, teilhaben zu können. Das sollte für alle Menschen möglich sein – denn das ist ein Bürgerrecht.“

Porträtfoto: Ulrich Schumann.

Ulrich Schumann leitet seit Anfang 2015 die Altmühltherme Treuchtlingen.

Zum Report: barrierefreier Badespaß

„Wir wollen Menschen mit Behinderung nicht mehr in Behindertenkabinen und Therapiebecken absondern. Unser Umbauziel: mehr Komfort für alle – gemeinsam.“

Porträtfoto: Dinah Radtke.

Die Behindertenaktivistin Dinah Radtke macht sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Menschen mit Behinderung stark. Dafür wurde sie u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Zum Report: Frauenklinik Erlangen

„Barrierefreie Praxen sichern mein Recht auf Gesundheit – und auf Gesundheitsdienstleistungen ohne Diskriminierung.“

Porträtfoto: Matthias Beckmann.

Prof. Dr. Matthias Beckmann leitet die Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen. Das Thema Barrierefreiheit hat er zur Chefsache gemacht.

Zum Report: Frauenklinik Erlangen

„Jeder Mensch hat das Recht darauf, behandelt zu werden – wie alle anderen auch.“

Porträtfoto: Marion Linkert

Marion Linkert ist beim Flughafen München Referentin für PRM Service. „PRM“ bedeutet: passengers with reduced mobility, zu Deutsch: Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität.

Flughafen München: zum Beitrag

„Wir möchten, dass unsere Gäste mit Mobilitätseinschränkung dort sind, wo alle anderen auch sind. Das ist Inklusion, das ist Barrierefreiheit.“

Porträtfoto: David J. Offenwanger

David J. Offenwanger betreut das Projekt „Toiletten für alle“ der Stiftung Leben pur.

„Toiletten für alle“: zum Report

„Barrierefreie Angebote wie `Toiletten für alle´ eröffnen einen riesengroßen Freiraum. Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen können endlich dorthin, wo alle anderen auch ihre Freizeit verbringen.“

Porträtfoto: Anja Gross

Anja Gross ist Mutter von drei Kindern. Ihre Tochter Charlotte ist mehrfach behindert.

„Toiletten für alle“: zum Report

„Barrierefreiheit hat auch viel mit Würde zu tun.“

Porträtfoto: Stefan Hessenberger

Dr. Stefan Hessenberger betreibt gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Alexander Rudolph eine barrierefreie Praxis für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.

Zum Besuch in der barrierefreien Praxis

„Viele Maßnahmen für Barrierefreiheit kosten gar kein Geld. Nur etwas Zeit und den Willen, auf den Menschen einzugehen.“

Porträtfoto: Maria Hütter

Maria Hütter ist Prüferin für Texte in Leichter Sprache.

Zum Report: Fach-Zentrum für Leichte Sprache

„Es wäre cool, wenn Leichte Sprache ein Gesetz wird.“

Porträtfoto: Judith Schmohl

Judith Schmohl war beim Katholikentag in Regensburg verantwortlich für die Barrierefreiheit.

Zum Beitrag: Katholikentag barrierefrei

„Unsere Umwelt wäre dann barrierefrei, wenn sich kein Mensch mehr Gedanken darüber machen müsste, ob er einen Ort besuchen oder an einer Veranstaltung teilnehmen kann.“

Porträtfoto: Karin K.

Karin K. ist durch eine Nervenkrankheit körperlich eingeschränkt. Seit 2015 lebt sie in einer barrierefreien Mehrgenerationen-Wohnanlage.

„Wohnen im Viertel“: zum Report

„Freiheit!“

Porträtfoto: Helmut Muthers

Helmut Muthers ist Unternehmensberater. Er begleitet Firmen, die sich die Chancen der Alterung unserer Gesellschaft erschließen wollen.

Zum Gespräch mit Helmut Muthers

„Barrierefreiheit heißt für ältere Menschen: Wertschätzung statt Seniorenteller!“

Porträtfoto: Martina Heland-Gräf

Martina Heland-Gräf arbeitet im Vorstand des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e. V. Sie hat selbst Erfahrung mit psychischen Erkrankungen und der Psychiatrie, mit Selbsthilfegruppen – und mit Barrieren.

Zum Gespräch mit Martina Heland-Gräf und Margarete Blank

„Für mich bedeutet Barrierefreiheit, dass ich mich nicht jedem erklären muss.“

Porträtfoto: Dr. Sylvia Schoske.

Dr. Sylvia Schoske ist Direktorin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in München.

Ein Museum für alle: zum Besuch

„Ein Angebot ist barrierefrei, wenn es auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet ist – und dabei interessant für alle Menschen.“

Porträtfoto Johannes Hintersberger

Johannes Hintersberger ist seit Juli 2015 Staatssekretär im Bayerischen Sozialministerium.

Mit Johannes Hintersberger im barrierefreien Restaurant: zum Besuch

„Was Barrierefreiheit wirklich ausmacht, sind für mich nicht DIN-Normen – die wir natürlich brauchen –, sondern der Umgang zwischen Menschen, ein normales, selbstverständliches Miteinander. Dazu gehört auch, sich gegenseitig zu helfen.“

Porträtfoto Melanie Muth

Melanie Muth arbeitet in der Gastronomie. Barrierefreiheit ist für sie eine Frage der Haltung.

Zum Besuch im barrierefreien Restaurant

„Barrierefrei zu handeln – das muss von oben kommen, das muss ich als Vorgesetzte vorleben. Dann wird es irgendwann selbstverständlich.“

Porträfoto Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Der ehemalige Weltklassespieler spielte u. a. für den FC Bayern und Inter Mailand.

Hier geht’s zum Besuch: Spitzenbegegnung in der Allianz Arena

„Barrierefreiheit ist nicht nur eine Verantwortung, sondern ich sage direkt: eine Selbstverständlichkeit.“

Porträfoto Ute Strittmatter

„Netzwerkfrau“ der ersten Stunde: Ute Strittmatter leitet seit der Gründung im Jahr 2000 das Netzwerk von und für Frauen mit Behinderung.

Zum Besuch bei den Netzwerkfrauen

„Früher dachte ich beim Stichwort Barrierefreiheit an Gebäude ohne Stufen. Heute ist der Begriff sehr viel weiter gefasst und bezieht sich auf alle Lebensbereiche. Ich persönlich ärgere mich am meisten über Barrieren in Köpfen.“

Porträfoto Esther Hoffmann

Esther Hoffmann ist eine von fünf Sprecherinnen der Netzwerkfrauen Bayern. Sie berät und begleitet u. a. Mädchen und junge Frauen sowie Menschen mit Behinderung, die Kinder haben (möchten).

Zum Besuch bei den Netzwerkfrauen

„Alle Menschen können am Leben teilhaben. Jede Behinderung ist individuell; deshalb braucht auch jeder Mensch andere Möglichkeiten.“

Porträfoto Dr. Marcel Huber

Dr. Marcel Huber ist seit 2014 Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben.

Hier finden Sie ein Interview mit Marcel Huber zum Thema Barrierefreiheit.

„Barrierefreiheit ist ein Gewinn an Qualität und Komfort für uns alle.“

Porträtfoto Emilia Müller

Emilia Müller gehört seit 2003 der Bayerischen Staatsregierung an. Seit 2013 ist sie Bayerische Sozialministerin.

Zum  Interview mit Emilia Müller in unserem Magazin.

„Barrierefreiheit ist für sehr viele Menschen sehr wichtig. Als eines der ersten Bundesländer hat Bayern im Jahr 2003 ein Behindertengleichstellungsgesetz erlassen. Eine weitere wichtige Etappe ist der Start unseres Programms `Bayern barrierefrei´.“

Porträtfoto Benedikt Lika

Benedikt Lika, u. a. Musikwissenschaftler und Dirigent, Gründer der Konzertreihe „Roll and Walk“. Benedikt Lika ist kleinwüchsig und fährt im Rollstuhl. Seit 2012 engagiert er sich im Augsburger Behindertenbeirat. Mit seinen Aktivitäten möchte Lika auch einen Beitrag leisten, Barrieren in unserer Umwelt und in unseren Köpfen abzubauen.

Weiterlesen: Ein Tag im Leben von … Benedikt Lika

„Barrierefreiheit ist Notwendigkeit für die einen, Komfortgewinn für alle!“

Porträtfoto Irmgard Badura

Irmgard Badura ist die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Lernen Sie Irmgard Badura kennen:

Zum Interview mit der Behindertenbeauftragten

Ein Tag im Leben von … Irmgard Badura

„Barrierefreiheit bedeutet für mich zweierlei. Zum einen Gleichberechtigung: Persönliche Merkmale machen keinen Unterschied mehr. Und zum anderen: Jeder Mensch kann sein Leben individuell gestalten. Beruf, Familiengründung, Engagement in Gesellschaft und Politik, Hobbys, Reisen … Wenn die Umgebung nicht barrierefrei gestaltet werden kann, dann hilft eben eine Assistenz. Wir sind Menschen – miteinander das Leben zu gestalten, gehört dazu.“

Ein „Familienfoto“: zwei Füße von Erwachsenen, drei von kleinen Kindern und zwei von einem Kuscheltier.

Frau D. und ihr Mann haben vier Kinder im Alter von drei Monaten bis sechs Jahren. In ihrer Heimatstadt München sind sie oft mit dem Doppelkinderwagen unterwegs. Begleiten Sie sie ein Stück:

Ein Tag im Leben von … Familie D.

„`Barrierefrei´ bedeutet für mich, dass ich ohne allzu große Mühen die normalen Dinge des Alltags – auch mit einem `breiteren Gefährt´ – meistern kann. Es muss gar nicht jedes Geschäft für Kinder ausgerichtet und geeignet sein, aber der Supermarkt, die Apotheke und der Bäcker sollten zumindest für alle leicht zugänglich sein.“

Porträtfoto Britta Achterkamp

Britta Achterkamp, Leiterin des Fachdienstes Integration Taubblinder Menschen (ITM). Die Geisteswissenschaftlerin stieg zunächst in die Verwaltung des ITM ein. Heute ist sie für die bayernweiten Aktivitäten des Fachdienstes verantwortlich.

Im Gespräch mit … Britta Achterkamp und Tom Asam

„Barrierefreiheit ist Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, in allen Bereichen.“

Porträtfoto Tom Asam

Tom Asam, Sozialpädagoge, Referent beim Fachdienst Integration Taubblinder Menschen (ITM). An seinem ersten Arbeitstag beim ITM nahm er an einem Treffen von taubblinden Menschen teil. „Die Freude über mein Interesse war riesig.“ Asam ließ sich anstecken und blieb. Heute hat er gute Kenntnisse in der Deutschen Gebärdensprache und gibt selbst Kurse im Lormen .

Im Gespräch mit … Britta Achterkamp und Tom Asam

„Barrierefreiheit ist kein Ziel, das man eines Tages erreicht, sondern ein Prozess, den wir immer weiter vorantreiben müssen – gemeinsam! Der Staat kann nur den Rahmen vorgeben. Damit wir ihn ausfüllen, muss die Idee in möglichst vielen Köpfen ankommen.“

Porträtfoto Florian Stangl

Florian Stangl ist Fachbereichsleiter für Produkt- und Qualitätsmanagement bei einem privaten Bildungsunternehmen. In Regensburg engagiert er sich ehrenamtlich im Behindertenbeirat und in Projekten wie „Regensburg inklusiv“. Seit einem Unfall mit 17 Jahren ist Stangl querschnittsgelähmt. Wir haben mit Florian Stangl die Regensburger Altstadt neu kennengelernt. Kommen Sie mit:

Besuch bei Florian Stangl und Thomas Kammerl

„Barrierefreiheit ist für mich, wenn ich ganz spontan leben kann.“

Porträtfoto Thomas Kammerl

Thomas Kammerl ist Mitarbeiter der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. und Projektkoordinator von „Regensburg inklusiv“. Davor war er lange im Bereich der beruflichen Rehabilitation tätig. Gemeinsam mit Florian Stangl hat er uns Beispiele für Barrieren und Barrierefreiheit in der Regensburger Altstadt gezeigt:

Besuch bei Florian Stangl und Thomas Kammerl

„Barrierefreiheit bedeutet für mich einen Gewinn an Lebensqualität für alle Menschen – ob mit oder ohne Behinderung.“

Porträtfoto Hans Maier

Hans Maier hat Informatik und Psychologie studiert. Heute arbeitet er in der Gemeinsamen IT-Stelle der bayerischen Justiz. Im Netzwerk mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen optimiert er die Justiz-Software forumSTAR , die in mehreren deutschen Bundesländern eingesetzt wird. In dem Großprojekt ist Hans Maier für alle Aspekte der Barrierefreiheit verantwortlich. Erfahren Sie mehr:

Besuch bei Hans Maier

„Barrierefrei bedeutet für mich: Alles ist für alle gleichberechtigt nutzbar – unabhängig von Hilfsmitteln, auf die man angewiesen ist. Dabei dürfen wir nicht eindimensional denken!“

Porträtfoto Joachim Hellriegel

Joachim Hellriegel beschäftigt sich seit 1990 mit dem Internet. Ab 2007 baute er als IT-Projektmanager in der Münchner Stiftung Pfennigparade ein Fachzentrum für barrierefreie Internetlösungen auf. Er verrät, wie Barrierefreiheit im Internet funktioniert:

Im Gespräch mit ... Joachim Hellriegel

„Barrierefreiheit ist für mich ein zutiefst vernünftiges Design-Prinzip, das den Menschen in Fleisch und Blut übergehen muss. Man sollte sich überall Gedanken machen, wie etwas benutzbar ist. Das Gegenteil ist: Leute auszuschließen. Barrierefreiheit ist also auch ein soziales Prinzip.“

 

Definition: ganz offiziell

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Barrierefrei sind Lebensbereiche dann, wenn Menschen mit und ohne Behinderung ...

  • sie gleichberechtigt mit anderen erreichen und nutzen können.
  • Und zwar ohne besondere Erschwernis …
  • und grundsätzlich ohne fremde Hilfe.

Die Behindertengleichstellungsgesetze des Bundes und Bayerns formulieren dies so: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“

Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGG)

Bayerisches Behindertengleichstellungsgesetz (BayBGG)

Barrierefreiheit ist ein wichtiges Element einer inklusiven Gesellschaft. Inklusiv bedeutet: Alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, können an allen Bereichen des Lebens selbstbestimmt und gleichberechtigt teilhaben.

Die Bedeutung von Barrierefreiheit vermitteln und unsere Umwelt barrierefrei gestalten, das ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können: Staat, Wirtschaft, Verbände und Vereine, soziale und kulturelle Einrichtungen – und alle Menschen in Bayern.

Zur Website Inklusion in Bayern

Behindertenlift an einer breiten Treppe.

Was bedeutet Barrierefreiheit NICHT?

Nur unsere gestaltete Umwelt soll barrierefrei sein. „Gestaltet“ sind alle Bereiche, in denen der Mensch z. B. planiert, bahnt und baut. Die Natur gehört nicht zur gestalteten Umwelt. Barrierefrei sein kann also …

  • der Familien-Wanderweg – aber nicht der gesamte Berg.
  • der Wald-Erlebnispfad – aber nicht der gesamte Wald.
  • der Spielplatz – aber nicht die gesamte Wiese.
  • der Badestrand – aber nicht das natürliche Seeufer.

Glossar

„Menschen mit Behinderung“

Wie möchten Menschen, die eine Behinderung haben, genannt werden?

  • SO AUF KEINEN FALL: Der Ausdruck „der/die Behinderte“ reduziert den Menschen auf eine Eigenschaft von vielen: Er oder sie ist nicht länger Frau Müller oder Herr Meier, Lehrerin oder Hausmeister, groß, klein, blond, dunkelhaarig, freundlich, humorvoll, sportlich und heute gut oder schlecht gelaunt… sondern nur noch: behindert.
  • NICHT UMFASSEND: Der Begriff „Handicap“ bedeutet nicht dasselbe wie „Behinderung“ im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention. Diese entsteht aus der körperlichen, seelischen oder geistigen Beeinträchtigung in Wechselwirkung mit den verschiedenen von der Gesellschaft geschaffenen Barrieren. Handicap meint hingegen nur die körperliche, seelische oder geistige Beeinträchtigung.
  • WARUM NICHT? Bei der Wendung „behinderte Menschen“ schwingt die Möglichkeit mit, dass ein Mensch eher durch Barrieren behindert ist/wird als aufgrund seiner persönlichen Merkmale. Manche Menschen mit Behinderung verwenden daher diesen Ausdruck ganz bewusst.
  • GENAU SO: Die weithin akzeptierte und verbreitete Bezeichnung ist „Menschen mit Behinderung“.