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Bayern barrierefrei

Nicht nur eine Altstadt für alle

Signet „Bayern barrierefrei“ für die Stadt Lohr a. Main

Übergabe des Signets „Bayern barrierefrei“.

Lohr a. Main, Dezember 2018

Schneewittchen war eine Lohrerin. Jedenfalls sprechen viele historisch gut belegte Argumente dafür, dass das romantische Städtchen Lohr im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart sich zu Recht „Schneewittchenstadt“ nennt. Rettete in Grimms Märchen noch ein stolpernder Zwerg dem Schneewittchen das Leben, so soll in der wunderbar erhaltenen mittelalterlichen Altstadt heute niemand mehr ins Stolpern geraten. Barrierefrei wird ganz groß geschrieben in Lohr a. Main.

Schon seit 2011 ist der sogenannte Rollatorweg für die Bevölkerung nutzbar. Er erstreckt sich über weite Teile der Lohrer Fußgängerzone in der Altstadt und soll noch erweitert werden. Das denkmalgeschützte Pflaster wurde in der Breite eines Fußgängerwegs durch fugenfreies Pflaster ersetzt. Vor allem für Menschen mit Gehbehinderung bedeutet der Rollatorweg eine große Erleichterung gegenüber dem Kopfsteinpflaster.

Zur barrierefreien Versammlungsstätte für bis zu 200 Personen wurde in Lohr die ehemalige Turnhalle umgebaut. Alle Veranstaltungsräume sind barrierefrei zugänglich. Im Hauptsaal und im Foyer ist eine induktive Höranlage eingebaut. Eine barrierefreie Toilette wurde im Erdgeschoss untergebracht. Komplett barrierefrei ist die neue Stadthalle Lohr, die Ende 2016 eröffnet wurde. Angefangen mit den Parkplätzen über die Zugänge, die Sanitäranlagen, die Veranstaltungsräume – die Barrierefreiheit wurde in allen Punkten stets mitgedacht.

Bei der Ausschreibung des neu strukturierten Stadtbussystems „Lohrliner“ wurde bei den zu erbringenden Verkehrsleistungen besonderer Wert auf Barrierefreiheit gelegt. Heute fahren ausschließlich Niederflurbusse in Lohr. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) und etliche neu errichtete Haltestellen sind mit erhöhtem Busbord und abgerundetem Randstein („Kasseler Sonderbord“) und taktilem Bodenleitsystem ausgestattet, sodass geh- und sehbehinderten Personen der Zustieg erleichtert wird. Das Betriebsgebäude des ZOB wurde von Anfang an komplett auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Es gibt eine automatische Eingangstüre, einen rollstuhlgerechten Personenaufzug mit extra niedrigen Bedienknöpfen, Blindenbeschriftung und automatischer Sprachansage sowie ein rollstuhlgerechtes Behinderten-WC im Erdgeschoss.

Nicht zuletzt konnte im Oktober 2018 die Lohrer Touristinformation erfolgreich von „Reisen für Alle“ als barrierefrei zertifiziert werden.

Für diese vielen Beispiele gelungener Barrierefreiheit wurde die Stadt Lohr auf Anregung der Behindertenbeauftragten des Landkreises Main-Spessart, Frau Elena Reinhard, mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet. Lohrs Erster Bürgermeister Dr. Mario Paul (links im Bild) nahm das Signet „Bayern barrierefrei“ aus den Händen von Landrat Thomas Schiebel entgegen.

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